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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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In Virgils laͤndlichen Gedichten leſen wir(nach Voß lüberſetzung) folgende Stelle:Das Verderben in kranker Luft mordet alle Geſchlechter des Viehes, und alle des Wildes, ver⸗ giftet Teiche und graſigte Weiden mit Faͤulniß. Sieh', der dampfende Farr, vom harten Pfluge belaſtet, ſtuͤrzt poͤtzlich und verhaucht, aus dem Maule blutigen Schaum ſpeiend, ſein letztes Geaͤchz. Wer kann bei dieſer Beſchreibung an dem Daſein einer Milzbrandſeuche zweifeln!

Titus Livius, der bekannte roͤmiſche Geſchichtſchreiber er⸗ zaͤhlt von einer Epizootie, welche im Jahre 212 a. Ch. unter den Kriegesheeren der Karthager und Roͤmer, deren Anfuͤh⸗ rer Marcellus war, bei der Belagerung von Syracus aus⸗ brach und eine Menge Vieh toͤdtete, auf die Menſchen uͤber⸗ ging und den groͤßten Theil des Heeres der Karthager ſamm ihren Anfuͤhrern aufrieb. Die Beſchreibung, welche der Ge⸗ ſchichtſchreiber von der damals herxſchenden Krankheit uns giebt, von ihrem ſchnellen toͤdtlichen Verlauf, von der ſehr heißen Witterung, waͤhrend welcher die Krankheit graſſirte, laͤßt es gar nicht bezweifeln, daß hier der Milzbrand gemeint iſt. Sueton erzaͤhlt, daß im Jahre 190 p. Ch. das roͤmiſche Gebiet an einer Überſchwemmung gelitten habe, und in Folge derſelben ſei eine Viehſeuche ausgebrochen, die alle Arten der Hausthiere getoͤdtet habe. Bi e e eee en e du Plinius erzaͤhlt, unter dem Conſulate des Julius Ruffus und des Quintus Lucanius Baſſus habe ſich der boͤsartige Karfunkel(Mitzbrand) zuerſt vom Lande in die Stadt Rom geſchlichen und beide Conſuln ſeien darauf auch ein Opfer deſ⸗ ſelben geworden. 1198.) Eine außerordentliche Trockenheit war es, welche, nach Gre⸗ gor de Tours Bericht, in Touraine in den Jahren 558 und 592 ein allgemeines Viehſterben veranlaßte. In der Chronik von Sachſen findet man die Erwaͤhnung einer ſehr verheerenden Viehſeuche, die in Frankreich nach vie⸗ lem Regenwetter ausbrach. Eine aͤhnliche Seuche richtete im Jahre 889 in Lothringen in Folge einer Uberſchwemmung große Verheerungen unter dem Vieh an. Im Jahre 994 herrſchte bei einer 6 Monate anhaltenden trocknen heißen Wit⸗ terung, die vielem Regenwetter folgte, eine Epizootie, welche im November anfing und in ganz Europa ſich verbreitend un⸗ ter den Thieren aller Art fuͤrchterliche Verwuͤſtungen anrich⸗ tete. Im Jahre 1441, unter der Regierung Friedrich des Dritten herrſchte in Deutſchland eine Epizootie, nach einer vorausgegangenen überſchwemmung, der eine trockene heiße Witterung folgte, welche eine Menge Thiere wegraffte. Im

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