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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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IV

vieler Landleute geweſen. Selbſt die Landleute, die im Wohlſtande lebten, kamen haͤufig in demſelben zuruͤck auch bei dem regſamſten und unverdroſſenſten Fleiße, bei den beſten landwirthſchaftlichen Kenntniſſen, wenn dieſe moͤrderiſche Krankheit ihren Viehſtand zerſtoͤrte. Die Viehverſicherungs⸗Anſtalten, welche in den letzteren Jahren entſtanden, waren wohl hinreichend, das Verarmen Ein⸗ zelner zu verhindern, aber die Bewohner der Ortſchaf⸗ ten, in denen der Milzbrand mit beſonderer Malignitaͤt herrſchte, mußten hart beſteuert werden, um die Summe zu decken, welche die vielen Todesfaͤlle verurſachten. Auf dieſe Weiſe litten ganze Gemeinden ſo, daß bis⸗ weilen dieſe Beiſteuer in die Verſicherungs⸗Caſſe faſt ſo viel betrug, als alle herkoͤmmlichen Landesſteuern.

Die Thieraͤrzte ſprechen ſelbſt ihre Ohnmacht in der Behandlung des Milzbrandes aus, und geſetzt, dies geſchaͤhe nicht von denſelben, ſo beweiſt ihr erfolgloſes Handeln in dieſer Krankheit zur Genuͤge, wie wenig ſie zu leiſten vermoͤgen. Unterwerfen wir die zum Theil werthvollen Schriften, welche von Ärzten und Thieraͤrz⸗ ten uͤber die Milzbrandſeuche verfaßt wurden, einer naͤhe⸗ ren Beleuchtung, ſo muͤſſen wir den Fleiß und den regſamen Eifer, Herr uͤber dieſe verheerende Krank⸗ heit zu werden, zwar anerkennen, aber auch aufrichtig geſtehen, daß die Behandlung dieſer Krankheit, trotz