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wunden hat/ wenn Ers nicht auch in mir uͤberwindet 7 darum iſt der Kampff und Sieg Chriſti/ den Er in ſeiner Menſchlichen Perſon vollendet hat/ alſo anzuſehen/ daß Er auch in uns muͤſſe vollendet werden: und durch ſei⸗ nen Sieg hat Chriſtus den Sieg in die gantze geheiligte Menſchheit eingefuͤhret/ auf daß ult die in Ihm erfunden wuͤrden/ in Ihm ſiegen koͤnnten/ gleich wie r geſteget hat. ahin gehen alle Zeugnuͤſſe der etzen Schrifft/ da den Gliedern Chriſti eben daſſelbige beygelege wird/ was Chriſto beygeleget iſt. Zum Exempel: Es ſtehet von Chriſto Joh XVI, 33. daß Er die Welt überwunden habe: Eben dieſes ſtehet auch von den Glaubigen/ I. Joh. V, 4. 5. Es ſtehet von Chriſto Joh. XV, 18. 19. 20. und cap. XVII, 74. 15. 16. daß Er nicht von der Welt ſey/ und daß die Welt Ihn gehaſſet und verfolgt habe: Und eben an denſelbigen Orten wird dieſes auch den Glaubigen beygeleget. Es ſtehet von Chriſto Luc. XI, 22. und Coloſt II, 15. daß Er den Drachen und ſeine Fuͤrſtenthümer uberwunden habe; und eben dieſes ſtehet auch von den Glaubigen/ 1. Joh II, 13. 14. Apoc. II, II. Eph. VI, II. 12. 13. Es ſtehet von Chriſto Rom. VI, 1o. duß Er der Suͤn⸗ den geſtorben ſey zu einem mahl/ was Er aber lebe/ das lebe Er GOtte; Und eben dieſes ſtehet von den Glaubigen/ verſ. 5. 6. 11. 12.13, 14. Der andern viel⸗ faͤltigen Zeugnuͤſſen zu geſchweigen. Daßin gehet auch das 2. und 3. Capitel der heiligen Offenbahrung/ da alle Verheiſſungen unter der Bedingung der Uberwindung gegeben ſind: Waͤre nun dieſes wahr/ daß Chriſtus allein in ſei⸗ ner Perſon ſüberwunden haͤtte/ warum haͤtte dann Chriſtus ſelbſt auch von uns die Uberwindung erfordert? Alſo bleibet es eine heilige veſtgegrundete Warheit/ daß die jenige/ welche mit Chriſto in die Herꝛlichkeit eingehen wollen/ die müſſen in Chriſto üͤberwin⸗ den gleich wie Er uͤberwunden hat; Und weil Ihm uun ſeine erſtgebohrne Bruͤder in der been me am aͤhnlichſten werden/ darum werden ſie Ihm
auch am aͤhnlichſten in der Herꝛlichkeit. Ohne die Heiligung aber wird niemand den HErꝛn ſehen/ Heb. XII, 14. Und in das Himunliſche Jeruſalem wird nicht hinein gehen irgend ein Gemeines/ und das da Greuel thut und Luͤgen/ ſondern die geſchrieben ſind in dem lebendigen Buche des Lamms, und GOttes Gebot halten/ Apoc. XXI, 27. cap. XIV, 15. das ſind warhafftige Worte GOttes. Sollten demnach nicht die Kinder der Welt die Chriſten beſchaͤmen/ und zu meh⸗ rerem Fleiß und Eyffer 3*ο weil ſie kluger ſind in ihrem Geſchlecht/ Luc. XVI. was macht ſich mancher fuͤr Sorge und Muͤhe zur Ehre und Anſehen zu gelan⸗ gen/ und dennoch/ wenn Er alles erhalten hat/ iſts ein Schatten/ eine ache die in der bloſen Einbildung und Achtung der Leuthe beſtehet. Wie ſauer laͤßt ſichs der meiſte Hauffe werden Geld und Gut zu erlangen? Er laͤßt ſich den Schlaff/ eſſen und trincken nicht ſo lieb ſeyn/ ſchonet ſeines Leibs und Lebens nicht; da ſiehet man die Leuthe durch die Wellen und durch Wind und Klippen gehn/ ihren Handel zu beſtellen/ und da Sturm und Noth ausſtehn/ dardurch ſie doch mehr nicht gewinnen, als daß ſie meiſtens die Seele verfuͤhren/ das Ewwige ver⸗ ſaͤumen/ das Gewiſſen verletzen/ einen groſſen Unflatt auf die Seele laden/ und noch den meiſten nicht gegeben iſt es zu genuͤſen; ſondern werden Scla⸗ ven des Mammons/ oder maͤſten darmit den Bauch zur Schlachtung; o⸗ der/ wenn ſie deſſen gedeucken zu genuͤſen/ muͤſſen ſie darvon/ wie Luc. XII. und XVI. Syr. XI. und wem kommen die ſchwereſte Bemuͤhungen in ſundlichen Ergoͤtzungen ſauer an? Was fuͤr Fatiquen machen ſich die groſſen auf Jagden/ ſu⸗ chen ihre Recreation in Kriegen? Der Schweiß und das Springen im Tantzen/ da mehr Schritte gethan werden/ als wenn man Botten⸗weiß lauffe/ iſt der Welt eine Erhohlung von der Arbeit; Und was macht man ſich vor Schmertzen und Unruh durch Wolluſt; wie ſucht man alle Gelegenheit die Begierdten zu ſaͤttigen? wie ſtreitet/ wie taͤmpffet man daruͤber/ die vermeinte Privilegia und Suͤnden⸗Freyhei⸗
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