Leich⸗Predigt. u
Abhandlung.
—Ntrer ſo vielen nachdencklichen Gletchnuſſen Chriſti von ſeiner Kir⸗ cbe/ dem Reich der Gnaden und Oeconomie GOttes/ oder klug⸗ Nllichen Verhaltung der Menſchen in demſelben/ iſt ſehr lieblich die
Bergleichung unt einer Kauff⸗ und Handelſchafft eines
Jubiliers Matth. XIII, 45. 46. Abermahl iſt gleich das
Himmelreich einem Kauffmann/ der gute Perlen ſuch⸗
te. Und da Er eine koͤſtliche Perle fand/ gieng Er hin und ver⸗
kauffte alles was Er hatte/ und kauffte dieſeldige.
Darzu und damit nicht eine uneiſtliche Kraͤmerey und Simonie daraus werde/ Matth. II, 12. ACt. VIII, 18. 19. 20. Apoc. XVIII, 1 J. ſeqꝗ. gehoͤrt ſo wohl eine ſorgfaͤltige und kluge Aufſuchung/ und des beſten Pruͤfſung/ als auch des gefundenen Kleinods Erwaͤhlung/ ſo dann deſſen Erkauffung und eigenthumliche Zueignung mit Daranſetzung und Verlaͤugnung alles andern. Wie der H. Apoſtel Paulus/ in der Abſicht auf ſolches Gleich⸗ nuß/ ſeine Praxin zum Exempel und Fuͤrbild der Nachfolge beſchreibet in ſeinem Brieff an die Phllipper c. 3, 7. ſeqq. Was mir Gewinn war/ das habe ich um Chriſti willen für Schaden geachtet. Denn ich achte alles fuͤr Schaden gegen der uͤberſchwenglichen Erkanntniß Chriſti JE⸗ ſu meines HErꝛn/ um welches willen ich alles habe fuͤr Schaden gerechnet/ und achte es fuͤr Dreck/ auf daß ich Chriſtum gewinne und in Ihm erfunden werde. Nicht daß ichs ſchon ergriffen habe/ oder ſchon vollkommen ſey: Ich jage Ihm aber nach/ ob ichs auch ergreiffen mochte/ nachdem ich von Chriſto JESlul ergriffen bin. Meine Bruder/ ich ſchaͤtze mich ſelbſt noch nicht/ daß ichs ergrif⸗ fen habe. Eines aber ſage ich/ ich vergeſſe was dahinden iſt/ und ſtrecke mich zu dem/ das da fornen iſt/ und jage nach dem fuͤrge⸗ ſteckten Ziel/ nach dem Kleinod/ welches furhaͤlt die Himmliſche Beruffung GOttes in Chriſto JEſu.
Wie aber eine Perlen ein ſchoͤnes/ remes/ auserleſenes/ koͤſtliches Kleinod iſt; alſo iſt nichts ungereimtes/ daß man/ wegen ſeiner ſingulari raͤt und Vor⸗ zug vor allen andern Koſtbarkeiten/ dardurch verſtehe das hoͤchſte Gut/ GOtt ſelbſten/ nach Matth. XIX, 17. Pf LXXIII, 25½. die edelſte Gabe/ Chriſtum und das H yl in Ihme. Rom. VIII, 32. At. IV, 4. Phil. III, 7. 1. Pet. I, 18. Das alles Gold/ Silber und Jubelen uͤbertreff nde Wort GOttes/ Luc X, 42. Pſ. CXIX, 127. Pſ. XIX, II. ja das ewige Lehen/ wegen ſeiner Koſtbarkeit/ Reinig⸗ keit/ Narheit/ und runden Ewigkeit/ Matth. XVI, 26. 1. Tim. VI, 12. Apoc. XXI, 10. ſeqq. welches alles zuſammen gefaſſet/ die eintzige koͤſtliche Perle aus⸗ machet/ welche man um nichts/ weilen alles Eigene und Irꝛdiſche dargegen ein Schatten/ Koth/ nichts iſt/ einhandlen/ eintauſchen kan. Eſa LV, 12. Eph. V, 16. Apoc. III, 18. Daraus klar genug erhellet/ daß aus der Gottſeeligkeit kein
Gewerb zu machen/ 1. Tim. VI, 5. daß die Gnade und Gabe nicht werde durchs eid
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