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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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Worrede.

Eſus Chriſtus/ der HErr der Herrlichkeit und Hertzog des Lebens/ der durch ſein Creutz und Tod dem Tod die Macht genommen/ und das Leben/ und ein unvergaͤngliches Weſen 1 A☛ ansLiecht gebracht durchs Evangelium; Gebe uns Gnade/ Weißheit und Krafft mit Ihme zu leiden und zu ſterben/ auf daß wir auch taͤglich mit Ihme und in Ihme auferſtehen/ neu leben/ und zur ewigen Herrlichkeit erhaben V werden! Amen.

Er ſo/ Geliebte in dem HErrn/ und betruͤbte von dem HErrn! Chriſto

dem Vorgaͤnger/ dem Anfaͤnger und Vollender/ und ſeinen Freun⸗ 2 den/ als vorleuchtenden Fuͤrbildern/ im Glauben/ Leben/ Lieben/ Lei⸗

* den und Sterben getreulich nachfolget/ dem wirds nicht fehlen an Er⸗

reichung der vollkommenſten Seeligkeit/ und Herrlichkeit.

In welcher Abſicht die Pilgrumme auf dem Weg ſich untereinander aufmun⸗

tern: Laſſet uns mit ziehen/ daß wir mit Ihm ſterben. Wie ſolche Lie⸗ bes⸗Reitzung und Auf⸗Bott ſich findet Joh. XI, v. 16.

Allermaſſen/ wie Chriſtus ſonderlich ſein heilig Leiden/ Sterben und Auffer⸗ ſtehung einen Hingang zum Vatter nennet; ſo iſt wahrer Chriſten Haupt ⸗Werck nichts anders/ als eine Nachfolge durch und mit Chriſto zum Vatter; und zwar nicht nur vom Grab/ zum Grab/ von Mutter⸗Leib/ wieder in Mutter⸗Leib Syr. 40. von der Erden zur Erden/ dem Leibe nach; ſondern/ der Seelen nach/ eine ab⸗ und Bekehrung von der Finſternuͤß zum Licht/ von der Gewalt des Satans zu GOtt/ von der Welt zum Hunmel/ Ad. XXVI. Phil. III. Col. III biß der Geiſt wider in ſei⸗ ne Onelle und Urſprung eingeſencket wird/ und zu GOtt kommt/ der Ihn gegeben hat. Cohel. XII.

Es redet zwar Thomas ſolche Worte im Liebes⸗Eiffer/ zu Chriſto und ſeinem Freund Lazaro; Weil das wahre Liebes⸗Band innigſt und in der Liebe Chriſti 4 verbundener Gemuͤther auch durch den Todt nicht zerriſſen wird/ Cant. VIII. ſon-

dern wie die Liebe mitleidet mit den Leidenden/ und weinet mit den Weinenden/ Rom. XlI. ſo begehret ſie auch im Todt nicht getrennet zu werden von den Sterbenden. Da manofft die verliebte Klag⸗Wort hoͤrct: Ach! wolte GOtt/ ich waͤre fuͤr Ihn geſtor⸗ ben! ich koͤnnte mit ihm ſterben! Wie David nicht nur über die Leiche ſeines Her⸗ tzens⸗Freundes Jonathans; ſondern ſo gar auch uͤber den Ungluͤckſeeligen Tod Abſa⸗ lons ſich klaͤglich vernehmen laͤſſet. Dannoch aber moͤgen ſelbe auch im weitern Ver⸗

ſtand gebrauchet werden.

Es hat nehmlich der allwiſſende Heyl Ii deme das Hertz vor Liebe wallete ge⸗

2 gen