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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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t/ Adt. VIII, 20. ſo lige es auch an niemands Lauffen oder Wollen/ dele an tes Eebe 1 dhs Wie dann das ewige Leben nicht um der Werckewillen der Gerechtigkeit/ ſondern nach den Wercken/ denen/ die in guten Wercken darnach trachten/ gegeben wird. Iit. III, 5. Eph. II, 8. Rom. II,6. Jac. J. 25. Den jenigen/ welche durchs Kaͤmpffen die Hindernuͤſſe uberwinden in Lauffen darnach ringen/ immer naͤher konunen dem Ziel und Kieinod/ undins

Leben begierig eindringen/ ſolches im Glauben ergreiffen/ in der Treue bewah⸗ ren/ und in der Hoffnung deſſen volligen Beſitz und Genuß erwarten. Wie dannin unſern Text⸗Worten das Kleinod nicht nur als eine Exrungen⸗ ſchafft in E Ottes Krafft/ ondern auch der Chriſten Stand/ Beruff/ Pflicht und Ubung nicht nur als eine vortheilhaffte Handelſchafft/ ſondern als ei e Maunli⸗ che Ritterſchafft vorgeſtellet/ und uns zu berrachten Anlaß gegeben wird: Eines rechtſchaffenen Chriſten wohlvollbrachte Ritter⸗ ſſccafft/ darauf er desewigen Kleinodswirdtheuhaſft. Dawirdann nach dem erſten Haupt⸗Puncten unſerer gemachten Abthet⸗ lung, undbey der nachdencklichen Beſchreibung einer wohlvollbrach⸗ ten Ritterſchafft/ zu ſehen haben auf deren beſchriebenen Anfang/ Fort⸗ gang und Ausgang/ nach den Worten: Ich hab einen guten Kampff ge⸗ kaͤmpffet/ ich hab den Lauff vollendet/ ichhabe Glauben gehalten. Dabey wir ſonderlich dreyerley Umſtaͤnde zu bemercken hahen: 0 Eines Theils/ wie die Schrifft ſolches Gleichniß von ritter⸗ lichen Ub ungen beliebet. Allermaſſen Paulns ſo wohl vom ernſilichen Krieg und Streit wider die Feinde/ als von den unter Griechen und Roömern be⸗ kannten und gewoͤhnlichen Ritter⸗Spielen und Wett⸗Streiten/ darinnen die junge Mannſchafft geübet und zur Tapfferkeit im ernſtlichen Streiten ertig und eſchickt gemacht wurde/ Veranlaſſung nimmt/ beydes des allgemeinen Chriſten⸗Standes Natur/ Pflichten und Ubungen/ als eies jeden inſonderheit/ in ſeinem beſondern Ampt und Beruf/ Gefahr/ Ge⸗ ſchaͤfften, Fleiß und Ausrichtung vorzuſtellen; allermaſſen die/ welche wol⸗ ſen gekroͤnet ſeyn/ muſſen nicht des Kampffs entuͤbrigt ſeyn wollen. Vie dann dem Geiſt Sottes in H Haufe gan gewoͤhnlich iſt/ daß rin gewiſſer Abſicht die Chriſten als Haußhalter/ Tagloͤhner/ Prieſlet, Kb⸗ nige Verlobte 2C. anſiehet/ in andrer Abſicht aber ſelbe beſchreibet/ ais Strei⸗ ter/ Laͤuffer und Bundsgenoſſen. Wie inunſtrm Tert/ alſo auch ſonſten in andern Zeugnüſſen Heil. Schrifft. Daa ſie werden genennet rechtſchaffene E treiter IEſu Chriſti 2. im. II, 3. §. inder ſtreitenden Kirchen/ zum Unterſcheid der weltlichen Kriegs⸗ Leuten; weilen Sie de Satane Suͤnde und Welt in 5. Tauffe dem Krieg angekundigt/ unter den Blut⸗ ahnen Chriſti geſchworen/ fuͤr die Erweiterung und Vehau⸗ ptung des Reichs Chriſti kampffen/ ihrem Vor⸗Fechter und Siegs⸗Fuͤrſten Thriſto in der Tapfferkeit nachfolgen/ biß ſie einen Sieg nach dem andern erlan⸗ gen/ das Feld behalten/ und das Reich vollig einnehmen und ruhig beſitzen. Uber eieſesnfrden ſie auch beſchrieben als Wanders⸗ deute/ Jaͤger/ Wett⸗Laͤuffer/ wegen der Pilgramſchafft darinnen ſie walen

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