Leich⸗Predigt. y
wegen des Wegs der Sebotren Gottes/ und beſtimmten Leiden/ darinne n wir
wandlen und⸗Chriſto nachfolgen; ſodann/ wegen des taͤglichen Wachs⸗ thums im Guten)/ eilfertigen Nachjagens dem Ziel/ und naͤher kommen dem ewigen Kleindd/ wie 1. Iim. VI 11. 12. Herb. VI II. 12. und I. Cor. IX, 24.
So dann auch als Bunds⸗Genoſſen/ Knechte unt Maͤgde Gottes/ welche ihres Dienſts und Treue/ darzu ſie ſich thme verpflichtet/ und darbey die Verheiſſung der Gnade und allerley zeitlich und ewiger Wohlthaten empfangen/ und deren Gewehrung vergnuüͤglich erlangt haben. Luc. XII.
() Nachſt dieſem/ wie ſich ein geiſtlicher Ritter ſelbſten Zeugniß ſei⸗ nes Verhaltens gibt. Da Paulus ſagt: Ich habe gekaͤmpffet ꝛc. Wol⸗ te jemand hier auf die Gedancken kommen/ der H. Apoſiel habe ſeiner ſelbſt/ der Guade und der Regeln der Erbarkeit/ Beſcheidenheit und Demuth vergeſſen; da die Weißheiterinnert. Laß dich einen andern loben/ und nicht deinen Mund/ Anen Zreinbden und nicht deine eigene Lippen. Prov whe 2. Indeme Erſelbſten lehre/ daß niemand tuͤchtig ſeye/ daß er ſich ſelbſt lo⸗ be/ſondern daß ihn der HErr lobe. 2. deüch 2 eae be er ſelhſten ſo beſtaͤndig practiciret und beobachtet/ daß er v. 12. ſeqa. ſchrelbet: Wil doͤrffen uns nicht unter die rechnen oder zehlen/ ſo ſich ſelbſt loben/ aber weil ſie ſich bey ſich ſelbſt meſſen/ und halten allein von ſich ſelbſt/ verſte⸗ hen ſie nichts. Wir aber ruͤhmen uns nicht über das Ziel/ ꝛt. conf. 2. Cor. V, 12. Dann/ ſo jemand ſich duncken laͤſſet/ er ſey etwas/ ſo er doch nichts iſt/ der betreuget ſich ſelbſt/ Gal. VI, 3. Der ſolle wiſſen/ daß et wolle ſeint Re⸗ den verſtanden haben/ nach dem Beſcheid/ den er andern gibt/ Rom. XII. 3. Ich ſage/ durch die Gnade/ die mir gegebeniſt/ jederman unter euch/ daß niemand weiter von ſich halte/ denn ſichs gebuͤhrt zu halten/ ſon⸗ dern/ daßer vonſich maͤſſiglich halte/ ein jeglicher nach dem GOtt zusgethellet hat das Maaß des Glaubens.
It dannenhero ſo ferne/ daß es bey Paulo ſolte ein eiteler und vermeſſener/ und aſo ſtraͤff icher Selbſi⸗Ruhm geweſen ſeyn/ wie des hochtrabenden Phariſaͤers/ kuc. XVIII,. 1 r. 12/oder des laulichten Laodiceers/ Apoc. III, 17. daß vielmehr Paulus darvonzeuget/ was in dem Hertzen der Glaubigen/ und ſonderlich ſeines Thimothei, und auch vor den Augen aller Gemeinden offenbahr/ 2. Cor. III, 1.2. c. V, 1r. und was ſich in der That alſo befandez wie er die merckwuͤrdige Umſtaͤn⸗
de ſpecificiret. 2. Cor. XI, und XII. Phil. III.
Ja es war ſo gar nicht ein GOtt mißfaͤlliger oder pralender Selbſt· Ruhm ünd Seibſt Lob/ von den Leuten nur geſehe und geachtet zn werden/ daß es vielmehr
ein Zeugnuß Chriſti und des H. Geiſtes in und durch Ihn/ indem Zeugnuß
ſeines guten Gewiſſens war. Wie Er ſich Rom. IX, I. darauf beziehet; Ich ſage die Wahrheit in Chriſto/ und luͤge nicht/ das mir Zengniß
gibt mein Gewiſſen in dem H. Geiſt. Undc. XV, 8. wie auch 2. Cor. l. 12. Unſer Ruhm iſt der/ nemlich daß Zeugnuß unſers Gewiſſens ꝛc. Daher kunte Er/ in ſeiner Maaß/ ſeinem Meiſter und Vorgaͤnger Chriſto/ nach⸗ ftechen/ aus Joh. c. V, 31. 32: ſo ich von nirr ſelbſt zeuge/ ſo iſt mein Zeugniß nicht wahr. Ein andrer iſts/ der von mir Pfnget, und ich weiß/ daß das Zeugnuß wahr iñ! das er vonmir zeuget. Oder c. VIll 14. So ich von mir ſelbſt Kußen wuͤrde/ ſo iſt mein Zeugniß wahr; Wie auch faſt df gleiche Weiſe von Ihm geſchiche


