Lrich⸗Predigt. 57
Matth. VI, 1. 2. Cor. IX, 20. Ja auch 2. ‚oͤttlicher eigentlicher Gerechtigkeit/ ſo ſich durch Verſpruch/ zu Gebuͤng ſolcher Cron/ verhunden. 3. Sie wird allein den Gerechten gegeben: die nemlich in wahrem Glauben an Chriſtum ſeine Ge⸗ rechtigkeit Ihnen zu eigen gemacht/ und nachmahl einen gerechten Wandel/ zu der GOtt ſchuldigen Hanckbarkeit/ zu fuühren angefangen. Bleibet alſo eine Crone damit bey uns/ ob ſchon nicht die Gerechtigkeit des Geſetzes/ die wir nicht haben/ jedannoch die Gerechtigkeit des Evangelu von HOtt aus Gnaden gekroͤnet wird. So iſt ſie auch 4. eine Erone der gerechten Sache/ darvor Paulus und andere Chrt⸗ ſten/ ob ſie ſchon vor ihre Perſon nicht voͤllig gerecht ſind/ ſtreiten. Sondern 5. dieweil die vollkommene Gerechtigkeit/ die wir im Goͤttlichen Ebenbild durch den Fall verlohren/ ein Stuͤck dieſer Cron iſt/ und uns darmit wiederbracht wird. Eſ. XI. 10. Und iſt nochmahl hier groſſer Troſt/ daß weil uns dißfalls nichts hoͤher an⸗ ficht/ als das/ da wir hie niemahl uoch koͤnnen GOtt den HErꝛn in vollkomine⸗ ner Gerechtigkeit dienen/ wir unſere ſuͤndliche Schwachheiten in dem Grab wer⸗ den ligen laſſen/ und in dieſer Cron vollig gerecht und ohne Mackel erſcheinen/ un⸗ ter den 24. Aelteſten. Apoc. IV, 4. welches fromme Chriſten vor das vornehinſte ſolcher Herꝛlichkeit halten. 3. Dieſe Cron wird gegeben. Eſtius ſuchet hierinnen ſonderlich den Nachdruck/ daß es heiſſe azzee, reddet, es wird Chriſtus ſolches nicht nur hloß dahin geben/ ſondern wieder geben/ unñ alſo als eine Schuld/ odeꝛ anvertrautes/ veluti debitum quoddam& creditum, ſive depoſitum, quod jure reddendum ſit. Aber des ſonſt gelehrten Manncs Subtilitaͤt iſt hie vergebens. 1. Die Maͤintztſche Bibel bleibet dey den bloßen Worten/ geben. 2. Das Wort arae heiſſet nicht nur etwas ſchuldiges wieder geben/ ſondern auch insgemein geben/ auch was aus Gnaden geſchiehet/ Matth. VI, 6. 18. Rom. II, G. NMatth. XXVII, 58. befielet Pilatus, daß der Leichnam IEſu dem Joſeph(der darum als um eine Gnade gebetten hatte) gegeben würde. 759,36„, Matth. XX, 8. heißt der Hauß⸗Vatter den Arbeitern den Lohn geben/ welcher aufs wenigſte von Seiten der jenigen/ die nur eine Stunde gearbeitet/ ein nicht verdienter Lohn geweſen. 3. Iſt das Wiederſgehen aus Pflicht eine Sache/ welche Gottlicher Majeſtaͤt durchaus un⸗ zumlich iſt. Rom. XI, 35. Wer hat Ihmne etwas zuvor gegeben/ das Ihme wuͤrde wieder vergolten? Aber von dem ewigen Leben heiſſets⸗ daß es eine Gabe/ eine Gnaden⸗Gabe/ zeuua ſehe. Alſo hat das Gleichnuß von einer Schuld und creckitirter Sache durchaus keinen Platz. 4. Wollen wir das Gleichnuß eines vertrauten Guts nehmen/ da ich eben nicht dagegen ſeyn will/ wegen des andern Worts/ es iſt mir beygelegt; ſo muß es aber eine ſolche Erklaͤrung bleiben/ wel⸗ che dem Glauben aͤhnlich/ und nicht aufhebe/ daß ſie ein Geſchenck ſeye. Es ver⸗ ehren offt Eltern ihren Kindern ein und andere Geſchencke/ welche ſie zu ſolcher Zeit noch nicht wohl brauchen koͤnnen/ daher zeigen ſie Ihnen zwar dieſelbe/ daß ſie wiſſen ſie ſeyen nun ihr/ aber ſie heben ihnen ſolche auf/ biß auf die Zeit/ da ſie ihr noͤthig haben/ oder nunmehr brauchen konnen. Da iſt eine ſolche Gabe in ge⸗ wiſſer Maaß auch eine Beylage/ und hats das Kind zu ſeiner Zeit zu fordern/ obs wohlen ein bloſes Geſchenck iſt. Alſo iſt bereits in der heiligen Tauff und erſter Aufnahm in die Kindſchafft GOttes/ das gantze Erb/ und alſo auch dieſe Cron den Kindern GOttes aus lauter Gnaden geſchencket: Aber da dieſe ſo bald einige derſelben Guͤter in ihren Beſitz bekomulen/ dero ſie hier noͤthig ha⸗ ben/ und ſie gebrauchen konnen/ ſo iſt hingegen vieles von ſolchen Guͤtern/ und ſonderlich dieſe Cron ein ſolches Gut/ das uns in dieſem Leben noch nicht zukommt/ ſondern GOtt hats uns nur in ſeinem Wort und Verheiſſung gezeiget/ aber he⸗ bet es uns auf/ biß der Tag komme/ da es uns gegeben werde. Herꝛ D. Dann⸗ hauer redet wiederum ſehr wohl: Es folget nicht/ Er wird geben/ oder wie⸗ der geben/ ſo wird eben ſolches 1 geſchehen/ durch eine eigentli⸗
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