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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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56 Chriſtliche

cken zu/ wo Er nicht aus ſeiner Gerechtigkeit verberge/ waß Ungerechtigkeit noch in Ihnen iſt? Wie hielte Er ſie eines Lohns werth/ wo Er nicht aus un⸗ maͤßlicher Guͤte/ das/ ſo an Ihnen noch ſtraffwuͤrdig waͤre tilgere? die Worte hiervon in D. Speners Glaubens⸗Gerechtigkeit/ p. 942.§. 33. ſind wuͤrdig hie⸗ her geſetzet zu werden: Den Ort 2. Tim. IV, 8. aulangend/ ſchreibet der theure Lehrer/ auf welchen dir Phariſeiſche Geiſter ſich auch beziehen/ iſt der jenige/ wel⸗ chen auch andere ihres theils pflegen anzufuhren/ wie wir Ihn auch finden bey dem Cardin. Bellarmin. L. s. de Juſtif. c. 16. col. rI19. I120. da Er wider Du- randum diſputiret/ und bey andern. Wir wollen deßwegen denſelben ſo viel lite⸗ ber gruͤndlich betrachten/ t. Bekennen wir gern/ daß die Cron/ dero Er Melt ung thnt/ moͤge das ewige Leben bedeuten/ wie es auch heiſſet die unverwelckliche Cro⸗ ne der Ehren/ 1. Pet. I, 5. 4. die Cron des Lebens. Apoc. II, 10. Solche Cron laß ich gelten 2. Daß ſie die Cron der Gerechtigkeit heiſſe/ weil ſie der Gerechtigkeit gegeben wird. Aber daraus folget noch nicht/ daß ſie denn eigentlich der Gerechtig⸗ keit der Wercke oder der Hetligung/ oder wegen derſelben/ gegeben werde. Daun Paulus hat uns eine andere Gerechtigkeit gelehret/ nemlich die Berechtigkeit Chri⸗ ſti/ welche dem Glauben geſchencket wird; dieſer Gerechtigkeit wird nun die ihr aus Goͤttlicher Verheiſſung gehoͤrige Cron gegeben. Wolte Gegentheil dieſen Verſtand nicht annehmen/ ſo muͤſſen ſie einen andern/ denen von Ihnen vorgege⸗ benen Verſtand/ aus dieſem Ort oder aus andern erweiſen. MNein Sel. Præ- ceptor Her: D. Dannhauer hat Ihnen/ nach ſeiner Art/ kurtz und nachdruͤcklich geantwortet/ und ihren Schluß⸗Fehler Ihnen gezeiget; es folge es ſecye eine Crone der Gerechtigkeit/ ſo muͤſſe es gleich bald eine Crone der Gerechtigkeit des Geſetzes ſeyn/ indeme eben ſo wohl eine Gerechtigkeit des Evangelii iſt/ nemlich in Chriſto/ in dero kein eigen Verdienſt Platz hat. So folge auch nicht/ daß es nothwendig muſſe ſeyn eine Gerechtigkeit der Perſon/ indeme auch die Sach/ vor die Paulus und andere Streiter JIEſu Chriſti kampffen/ und mit ihrem Blut ſie verſieglen/ eine ſolche gerechte Sache iſt/ daß die derſelben gerechten Sache und dero Gerechtigkeit gebuhrende Cron ihren Streitern gegeben werden ſolle. So gibt es auch nicht nur eine ſolche Gerechtigkeit/ die in den Schulen particularis genennet wird/ dahin die Belohnungen der Verdtenſte/ und was in Handel und Wandel vorgehet/ gehoͤrt; ſondern auch die allgemeine 4 Gerechtigkeit/ das jenige zu thun/ was recht und billich iſ/ zu dero alſo auch de Treue und Warheit in Leiſtung des Verſprechens zuzehlen iſt. Welche Ge,

Cron der Gerechtigkeit aus dem Recht der Goͤttlichen Warheit gegeben wird. (Siehe auch oben§. 32. den Ort Ambroſi wie Er nachmahl feruer zeiget/ wie in der Schrifft das Wort der Gerechtigkeit/ ſo offt die Warheit/ Gnade/ Treue/

uns verdienet hat. Ich habe an einem andern Ort in einer Leich⸗Predigt/ das meiſte/ was hiervon geſagt werden moͤchte/ in wenig Wort zuſammen gezogen/ ſo ich kein Bedenckens habe/ ſie zu wiederhohlen. Es iſt eine it/

Matth.