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nichts anhaben kunten. Jer. XV, 20. Sie haben mich zwar offt gedraͤnget von mei⸗ ner Jugend auf/ aber ſie haben mich nicht ubermacht. Pſ. CXXVIIII, r.
Ich weiß auch noch an welchen ich glaube/ und bin gewiß/ daß auch Ihn ſein Beruff und Gaben nicht werden gereuen. 2. Tim. II, 13. Rom. XI, 79. Wie ich nun dte erſte Liebe niemahlen verlaſſen/ und der andern Buß der gefallenen nicht nothig gehabt/ wie Apoc. II, ſo habe auch memahlen die leichtfertige Hertzen/ die Fladder⸗Geiſter/ Heucheley/ Wanckelmuth und Untreue an andern leiden koͤnnen/ wie die Welt mit Eyden/ Pacten/ lugenhafften Verheiſſungen ſpielet/ Brieff und Siegel gibt/ Leib und Seel verpfaͤndet/ und doch nicht Glauben haͤlt; dahero die heylſame Lehre des Glaubens in Luͤgen verkehret/ die Gabe und Krafft des Glau⸗ bens in den Fruͤchten verlaͤugnet/ den Bund eines guten Gewiſſens mit GO T bricht und zernichtet. Ich aber darff/ durch die Befeſtigungs Gnade GOttes/ auf Chriſti Allwiſſenheit mich beruffen/ und getroſt ſagen: Ich bin von dir nicht gewichen mein Hirte/ auch habe ich Menſchen⸗Tage nicht be⸗ gehrt/ das weiſſeſt du. jer. XVII, 16. Sondern ich habe das Wort/ die Gna⸗ de/ und Beylage/ als den anvertrauten edelſten Schatz/ bewahret durch den Heil. Geiſt. Ich weiß auch/ daß mich Chriſtus feſt behalten werde biß ans Ende/ und wie ich jetzo im Glauben und in der Gnade ſtehe/ und Hoffnung habe der zukuͤnff⸗ tigen Herꝛlichkeit die GOtt geben ſolle/ ſo wird Er auch fuͤr mich/ als der Anfanger und Vollender des Glaubens/ ſorgen und bitten/ daß mein Glaube nicht aufhoͤre. Und wie Er mich aus ſechs Truͤbſaalen erloͤſet/ auch in der ſiebenden nicht ſtecken laſſen; Sondern wird mich beſt behalten biß ans Ende. 1. Cor. I, 8. 9. als der mir das Pfand des ewigen Erbes gegeben und mit ſeinem Geiſt verſiegelt hat/ biß auf den Tag ſeiner Zukunfft/ Eph. IV, 30. und niemand mich aue ſeiner Hand reiſ⸗ ſen laſſen. Joh X, 29. Rom. VIII, 35. ſegq. Er wird nicch erloͤſen von allem Ubel/ und ausheiffen zu ſeinem ewigen Reich. 2. Tim. IV, 18. Darum ich biß ans End will beſtaͤndig ſeuffzen und auhalten: Ach! laß mich ja nicht wancken von dir HErꝛ JEſu Chriſt/ den ſchwachen Glauben ſtaͤrcke allhier zu dieſer Friſt; hilff ritterlich mir ringen/ dein Hand mich nehmn in acht/ biß daß ich froͤlich ſinge/ GOtt lob/ es iſt vollbracht. Bin auch der ſeeligſten und ungezweiffelten Hoffnung der baͤldeſten Einhohlungs⸗ und Lob⸗Stimme/ ohne mich die Welt
ſicher/ oder den Satan zaghafft machen zu laſſen: Ey du from̃er und getreuer Knecht/ du biſt mir uͤber wenigem getreu geweſen/ ich will
dich uͤber viele ſetzen/ gehe ein zu deines HErꝛn Freude. Damit es frohlockend heiſſe: Nun hab ich uͤberwunden/ Angſt/ Leiden/ Creutz und Tod; durch meines IEſu Wunden/ bin ich verſoͤhnt vereint mit GOtt; Gutes und die Barmhertzigkeit werden mir nachfolgen. Pſ. XX. Hinc juſtorum animæ plerum- que contemplatione interna, etiam priusquam carne ſpolientur, hilareſcunt, & dum vetuſtatis debita ſolvunt, novi jam muneris lætitia perfruuntur. Gregorius.
und eben das iſts/ was uns nun in dem Zweyten Haupt⸗Puncten unſerer Abtheilung zu betrachten uͤbrig iſt/ nemlich: Die gnugſame
Verſicherung/ daß/ nach wohl vollbrachter Ritterſchafft/ man des Kleinods werde theilhafft. Aus den Worten: Hinfort iſt mir beygelegt die Crone der Gerechtigkeit/ welche mir der HErꝛ: an jenem Tage/ der gerechte Richter geben wird/ nicht mir aber allein/ ſondern auch allen/ die ſeine Erſcheinung lieb haben. Da
dann ſo wohl des Kleinods merckwurdige Beſchreibung/ als auch deſſen Glaue


