Leich⸗Predigt. 47
uñd Sottiicher Ordnung da; als ein ſolcher/ der ſich nicht über das Ziel ſondern ſeines guten Gewiſſens ruͤhme/ daß Er ſeinem HErꝛn und Heyland ſoye ſo getreu eweſen/ als immer ein Knecht dem Herꝛn/ ein Schuͤler ſeinem Lehenehder ein eſandter ſeinemf rincipalen/ ein. Haußhalter dem Hauß Vatter/ ein Soldat ſeinem Feld⸗Oberſten/ ein Bund Genoß/ ein Ehegatt/ ein Hertzens Freund dem andern ſeyn koͤnne; welches die lobwürdigſte Eigenſchafft an ſolchen iſt/ Luc. XII, 42. 1. Cor. IV, 2. Indeme/ wem viel gegeben iſt/ von dem auch viel gefordert wird⸗/ Und ſolches offfers ploͤhlich; da der Tag ſchnell uͤber einen kommt. Law. XXI. wer da nicht wachend/ unnguͤrtet/ mit brennenden Lampen angetroffen wird/ der iſt nicht geſchickt zum Reich GOttes.
Und alſo/ will Paulus ſagen/ habe ich bißhero eine gute Nitterſchafft geubet/ Glauben und gut Gewiſſen/ die Beylage/ anvertraute Lalenten unſchatzbahren Schatz/ obwohlen in irdenem Gefaͤßz. 2. Cor. IV, 8. bewahret durch den Heil. Geiſt. 2. Tim. I, 14. 1, Tim. I, 18. Nachdeme mich/ wie ein Kriegs⸗Knecht oder Wettſtreiter mit einem theuren Eyd Chriſto verpftichtet/ hab ich un Gewiſſen Ge⸗ fangener/ und un HErꝛn Gebundener/ ſolche Pflicht vor meine Freyheit geachtet/ und es nicht gemacht wie loſe Leuthe/ welche an ihren Bund und Eyd nimmer ge⸗ dencken/ und alles Angeloben fur eine ſchlechte Ceremonie halten; die ohne dem ſchuldige Gelubde oͤffters und gemeiniglich Viertehaͤhrig wiederholen/ aber nicht einmahl Cedenchen zu halten; ſondern/ nachdem ich mich einmahl habe uͤberreden und von Chriſto in Pflichten nehmen laſſen/ war mein volliger Eniſ. hluß dem getreu
u ſeyn/ der mich angenommen hatte; darum habe ich in Uberwindung meiner elbſten/ und in nothiger Verlaͤugnung allem andern abgeſaget/ alle vorige Vor⸗ theile fur Schaden und Koth geachtet um Chriſtt willen; meine Gerechtigkeit nach dem Geſetz/ Vorzug des Geſchlechts, Gelehrſamkeit/ Ehre und Ruhe ſeier Erkaͤnntniß und Gnade nachgeſetzet; habe mich auch weder meine Bekehrung/ noch das erwaͤhlte Creutz und aufgenommene Schmach Chriſti ſo gar niemah⸗ len gereuen laſſen/ daß/ ſo viele ich auch Vortheile des Fleiſches habe muͤſſen ver⸗ lteren/ ſo manche widrige Reitzungen und Verſuchungen erfahren/ ſo viele Ver⸗ folgungen und Truͤbſaalen daruber ausſtehen/ ſo bin ich dannoeh/ durch GOttes Guade unbeweglich auf meinem vorigen Sinn geblieben/ und nicht geweſen von denen/ die da weichen und verlohren werden. Hebr. X, 35. Luc. VIII. Bin mir daher nicht bewußt in mir in einige wuͤrckliche Sunde gewilliget zu haben/ ob ich ſchon darinn nicht meine Gerechtigkeit ſuche/ 1. Cor. IV, 4. Und alſo auch darin⸗ nen meinem HErꝛn getreu bleibe/ daß ich nicht meine ſondern ſeine Ehre ſuche; bin alſo nicht von denen(wie Lutheri Rand⸗Gloſſe lautet) die nicht halten wollen/
ihrer Sache nicht trauen/ der Streichen nicht erwarten/ ſondern ziehen zuruck/ ſchleichen darvon/ und wollen ſich mit der Flucht ſalviren. Und iſt auch noch meine Freude/ daß ich mich zu GOTT halte/ und meine Zuverſicht ſetze auf den HErꝛn/ HErm/ daß ich verkuͤndige alle ſein Thun. Pſ. LXXIII. Anbey iſt mir ummer noch ſehr leid/ daß ich die Goͤttliche Warheit die mich frey machet von al⸗ len Vorurtheilen/ Menſchen Foͤrmigkeit und Gefaͤlligkeit/ Welt und Sünde/ nicht eher habe erkannt/ ſondern anfaͤnglich und ſo lang/ im Eyffer mit Unverſtand/ als ob ich GOtt einen Dienſt daran khaͤte/ bin ein ſchnaubender Laͤſterer und Ver⸗ folger geweſen; Nachdeme mir aber Barmhertzigkeit wiederfahren/ und Chri⸗ ſtus mich tuͤchtig geachtet und treu gemacht bat. 1. Tim I. habe ich mich/ wie vorhin in der ſtrengſten Secte und nach der Gerechtigkeit des Geſehes/ aͤuſſerlich unſtraͤfflich/ alſo bißher einen gehorſamen Juͤnger und Nachfolger Chriſti/ und als einen kreuen Haußhalter der mancherley Gnaden und Gaben GOttes erwie⸗ ſen/ t. Pet. IV. und das angefangene rechtſchaffene Weſen in Chriſto/ biß ans En⸗ de feſt behalten Hebr. XIII, 14. tt hat mich auch wider meine Feinde zur feſten Statt/ zur ehrnen Mauer gemacht/ daß/ ob ſie ſchon wider nich ſtriten/ m es.


