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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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hertzig/ zweyzungig ſeyn. Sondern bey mancher Schwachheit dennoch des Her⸗

Leich⸗Predigt. 45 gleich/ ſonderheitlich aber/ und als eine Frucht der Lehre des Glaubens/ Gal.j, 23. und rechtfertigenden Glaubens/ des Gehorſams/ Treue/ Erweiſung und Standhaff tigkeit des Glaubens/ verſtanden werden.

Gleichwie Paulus ſeinen Timotheum antreibet dem Glauben nachzujagen/ welcher doch damahlen ſchon bereits in richtiger Glaubens Lehre und Gerechtigkeit des Glaubens ſtund; und das abermahls nicht darum/ daß Er in der Erkantniß und Krafft des Glaubens mehr geſtaͤrcket wuͤrde; ſondern daß Er ſeinen Glauben un Glauben/ in der Kugend Treue und Standhafftigkeit erwieſe. Einen ſolchen Glauben verſtehet aber Paulus/ wie derſelbe nicht nur entgegen ſtehet den Todten⸗ Krafftloſen⸗Hirn Wahn und Mund⸗Glauben/ Jac. II, 1. I. Tim. VI, 4.§. den Ver⸗ nunfftund Wort Subtiütaͤten/ mehr verwirrenden als beßrenden Streit⸗ Fragen; ſondern abſonderlich dem wanckelmuͤthigen Zeit⸗Glauben/ Luc. ViII, 1. Tim. I. der Untreu/ Falſchheit/ und Bundbruͤchigkeit/ Ef XXXVIII. 3. Syr. XXVII, 18. 1. Maccab. VIII.& XIII. Dahero heiſſet hier der Glaube eigentlich die Treue und Standhafftigkeit im Bund mit GOtt/ im Dienſt SOt⸗ tes/ undin der wahren Gottſeeligkeit. Folglic alſo/ nicht nur halten ob demn Fuͤrbild der heilſamen Lehre vom Glauben/ uber der Aehnlichkeit des Glau⸗ bens/ Rom. XII, 7. Gal. I. 2. die Krafft/ das Leben und Guͤter des Glaubens/ und Gaben des Geiſtes im guten Gewiſſen bewahren/ wie einen theuren Schatz/ 2. Cor. IV, 7. Luc. II, 5r. c. VIII, 15. Matth. XXIII, 3. 3. Joh. XIV, 23. 2. Theſ. I, 3, 11. Gal. II, 40. in allen Wercken alles aus dem Glauben thun/ und in der That ſelbigen erweiſen/ Rom. XIV. Gal. V. ſondern Chriſto getreu verbleiben/ im Beruf/ Ampt/ Dienſt/ Gehorſam und Standhafftigkeit in allem Leiden/ auch bey Fuͤh⸗ lung und Reitzung der Sunden/ Rom. VII.

Denn ſo wird unter andern auch das Wort Glauben in H. Schrifft/ neben dem ſeeligmachenden Glauben/ Joh. III, 16. c. I, 12. Act. X, 43. Rom. I, 16. 17. c. III, 22. 26. c. IV, 3. 16. c. X, 10. Hebr. XI, r. T. Joh. V. Von dem/ was eine

Frucht ſolches Glaubens iſt/ theils von der Treue SOttes gegen die Glaubige/ theils von der Treue gegen 8OTT und den Naͤchſten/ vielfaͤltig gebrauchet. Pf. CXxIVI, 6. Rom. II, 3. 2. Tim. II, 1 3. 19. Eſ. XXXIII, 8. LIV, 10. 1. Sam. XXVI, 23. 2. Reg. XII, 15. 2. Paral. XXXI, 15. Eſ. LIV, 10. Hoſ. IV, I. I. Cor. XIII, 7. Syr. XXVII, 17. 18. und heiſſet auch bleiben in der Rede Chriſti/ Joh. VIII, 3 t. ſeine

Gebott halten/ c. XIV. in ſeiner Vereinigung beſtaͤndig verbleiben/ Ioh. VI, 56.

ſich an Ihn halten/ 1. Ioh. II, 3. welche Treue das Complement aller Tugenden/ und des Glaubenseintraͤglichſte Eigenſchafft iſt; da wir ohne das auch nur als Creatu⸗ ren/ unſerm Schoͤpffer getreuzu ſeyn verbunden ſeynd/ vielmehr als Bundsgenoß⸗

n/ und wegen der Verheiſſung. Denn nicht die da glauben/ ſondern im Glauben beharren/ werden ſeelig/ Conſtantia ſola coronat. Beſiehe hiervon eine treffliche Ausfuͤhrung in des Kirchen⸗Lehrers Auguſtini Tom. 7. opp. von der Gabe der Be⸗ ſtaͤndigkeit. Denn was hilfft der Bund und Zuſage/ wenn man haͤlt wie ein loſer

Bogen? Jer. VII. Wenn GOtt klagen muß: Das Regenwaſſer verſchießt nicht ſo bald/ und der Schnee verſchmeltzer nicht ſo bald auf den Steinen der Gaſſen/ als mein Volck mein vergiſt. Was hilfft im Geiſt anfangen/ und im Fleiſch vollenden/

wie Judas? Was nutzt es eine Zeitlang fein lauffen/ aber ſich abwendig machen

laſſen? Eine Zeitlang glauben/ aber zur Zeit der Anfechtung wieder abfallen. Im⸗

mer hin und her wancken/ wie ein Rohr. Ein und andere gute Wercke thun/ abet nicht im Stand guter Werckbleiben/ ſondern mit dem Letztern ulles vorige verder⸗ ben? Wohlin guten Tagen/ aber nicht in der Anfechtung bey Chriſto verharren.

n den Worten mit Chriſto/ im Werck aber mit ſeinen Feinden es halten. Zwey⸗

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