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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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30 Chriſtliche ſtaͤrckern Helden/ Hoͤllen⸗Bezwingers und Schlangen Tretters/ Shriſt ſuͤberwin⸗ den/ Luc. XI. wie Jacobus darzu einen Muth einſpricht: Ep. c. IV, v.. Seyd GOtt unterthaͤnig/ widerſtehet dem Teuffel/ ſo fliehet er von euch; Sintemahl dieſe Art nicht ausfaͤhret/ als durch Faſten und Betten/ Matth. XVII, 21. I. Petr. V, 8. Und wie er ein Fliegen⸗Koͤnig heiſſet/ ſo macht ers wie die Mu⸗ kken/ welche immer wieder kommen/ wenn man ſie ſchon einmahl abgetrieben hat/ Luc. XI. darum iſt einen Chriſtlichen Streiter nicht genug den Satan nur einmahl abgetriebenzu haben; er verhuͤtet immer ſeine Wiederkunfft/ und ſieht ſich vor/ fur dein boͤſen Stundlein/ daß er nicht muͤſſig angetroffen oder übereilet werde. Er ſpricht zu dieſem großſprechenden hoͤlliſchen Goliath/ du kommſt zumir mit Schwerd/ Schild und Spieß/ ich aber komm zu dir im Namen des HEtrn Zebaoth. Will des Feindes Grauſamkeit ſchroͤck n/ ſo erinnert nian ſich Chriſti verheiſſenen Beyſtandes/ 2. Cor. XII, 9. Eſ. XLI, r0. Hebr. XII. Ich will dich nicht verſaͤumen noch verlaſſen/ Syr. II. Weiche nicht/ ĩe. Wie man aber widerſtehen/ und was fuͤr bewehrte Wuffen und Nuͤſtung man wider dieſen maͤchtigen Feind nachdruͤcklich gebrauchen ſolle/ daß man ſein Meiſter werde? gibt Paulus aus dem geiſtlichen Zeughauß an die Hant/ Eph. VI, 10.19.

Seyd ſtarck in dem HErrn/ und in der Macht ſeiner Staͤrcke. Ziehet an den Harniſch GOttes/ daß ihr beſtehen koͤnnet gegen die liſtige An⸗ laͤuffe des Teuffels. Dann wir haben nicht(nur allein) mit Fleiſch und Blut zu kaͤmpffen/ ſondern mit Fuͤrſten und Gewaltigen/ nemlich mit den Herren der Welt, die in der Fuͤnſternuͤß dieſer Welt herr⸗ ſchen/ mit den boͤſen Geiſtern unter dem Himmel: Um deß willen ſo ergreiffet den Harniſch GOttes/ auf daß Ihr/ wenn das boͤſe Stuͤndlein kommt/ Widerſtand thun/ alles wohl ausrichten und das Zeld behalten moͤget. So ſtehet nun/ umgurtet eure Lenden mit Warheit/ und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit/ und an Beinen geſtiffelt/ als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens/ damit ihr bereitet ſey. Vor allen Dingen aber ergrelffet den Schild des Glaubens/ mit welchem ihr ausloſchen koͤnnet alle feurige Pfeile des Boßwichts. Und nehmet den Heim des Heyls/ und das Schwerdt des Geiſtes/ welches iſt das Wort GOttes. Und bettet ſtets in allem Anliegen/ mit Bettenund Flehen im Geiſt/ und wachet darzu mit allem Anhalten fuͤr alle Heiligen. Biß man das Zeugniß er⸗ halten/ daß man in obgedachten muthigen Juͤnglings Kraͤfften/ den Boͤßwicht überwunden/ 1. Ioh. II, 13. 14. den Satanunker ſeine Fuͤſſe getretten/ Rom. XVI, 20. auf Loͤwen und Nattern gehen koͤnne. Findet alſo der maͤchtigſte und abgeſagte Haupt⸗Feind ſo kraͤffligen Wider⸗ ſtand/ daß man nur niemahlen ſeinen Willen indeſſen Zumuthen ergiebet/ daß es in Warheit heiſſe: Es kommt der Fuͤrſt dieſer Welt/ aber er hat nichts an mir; So wird einen Glaubens⸗Helden die Welt noch weniger anhaben koͤnnen; manwird durch reſolute Verlaͤugnung ihre Liebe/ Freundſchafft/ Gleichſtellung/ Guͤter/ mühſeelige und gefaͤhrliche Herrlichkeit bald uͤberwinden/ undihren Haß mit groß⸗ muͤthiger Verachtung ertragen. Ihre Augen euſt Sleiſches Luſ und hoffaͤrtiges Weſen wird einem Laſt und Eckel ſeyn/ 1. Ioh. II. und wenn man auch die gantze Welt gewinnen koͤnnte/ Matth. IV.& XVI. Wird man Chriſtum und ſeine Schmach und Ungemach fuͤr hoͤhern Gewinn und Reichthum achten/ als alle Schaͤtze Egypti/ Hebr. XI, 29. Phil.III, 8, und ehe man deren Ergotzung ſuchen ſt b te/