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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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Seite
29
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Leich⸗Predigt. 29 gelingen werdeſeines Siegs nach dem andern ſich in der Warheit rühmen und ſagen konne: Run GOttlob! durch ſeine Gnade iſt wieder ein Feind gedaͤmpffet/ ob ich ſchon mehrere vor mir ſehe/ und mir viele noch unbekannt ſeyn/ ſo will ich doch nicht nachlaſſen/ biß einer nach dem andern erliegen muͤſſe.

Daß deinnach die Sunde nuũermehr herrſche/ noch die Glieder begeben werden zu Waffen der Ungerechtigkeit/ Rom. VI. wird eine grundliche Erkantniß der Tieffe des Verderbens/ allerley Arten und Graden der Sunden/ ernſtlicher Haß wider die⸗ ſeibe/ ſo wohl grobe/ als vornemlich ſubtilere Boßheiten/ erfordert/ und eine Vermei⸗ dung aller Gelegenheit/ Syr. XIII.. Sap. II. Wer kanunter Schlangen und Scor⸗

ionen/ unter Mordern und Raͤubern wohnen/ und micht Schaden leiden? Es ge⸗ hort viel darzu ein Daniel unter den Lowen/ ein Joſeph unter den Weibern/ ein Loth in Sodom bleiben. Es iſt vielleichter/ daß ein Boſer zehen Fromme verkehre/ als zehen Frome einen Boͤſen beſſern/ weil das Boͤſe immer eher als das Guteeingehet. Aubey aber auch eine taͤgliche Buß/ wegen der vergangenen Suͤnden/ eine glaubige Ergreiffung der Unſchuld nnd Ausſoͤhnung des Suͤnden⸗Buͤßers und Suͤnden⸗Til⸗ gers zur Vergebung/ und eine ernſtliche Aus zitte der Krafft ſeines Bluts und Geiſtes zur Retutgung von Suͤnden/ folglich ein Fleiß der Gerechtigkeit/ Heiligkeit/ Un⸗ ſchuld und Vollkommenheit/ in der Liebe zum Guten/ und Kampff B. Auffs Blut wider das Boͤſe/ Hebr. XII, 4. daß man nicht zur verdammlichen Entſchuldigung ſeiner Traͤgheit/ welche die Suͤnde verurſachet/l. c. Matth. Xl. und/(welches ſchrock⸗ lich iſt /) der Suͤnden Liebe/zur Verringerung der beyſtehenden Krafft Chriſti gegen der Suͤnden⸗Macht/ de Unmoglichkeit von Suͤnden laſſen zu koͤnnẽ vorſchutz wider Rom. VI, 12. 14. I. Jch. III, 9. Gal. V, 15. 17. Dann/ ſo viel man der Suͤnde/ auch der Herrſchafft einer einigen Suͤnden Platz gibt/ ſo viel raͤumt man dem Sa⸗ tan ein/ 1. Joh. III, 8. Joh. VIII, 44. ob einer nun von einem gantzen Hauffen Feind zugleich/ oder von einem eintzelen Soldaten oder Stall⸗Buden gefangen oder er⸗ ſclagen wird und mh iſt doch der Sieg und Leben verlohren. Darummuß man trachten abzulegen alle Sunde/ ſo anklebet/ und traͤge machet/ Hebr. XII, r. Man muß nickt nachlaͤſſig ſeyn/ ſich zu retnigen/ von aller Befleckung des Fleiſches und des Geiſtes/ 2. Cor. VII, 1. Damit ma nicht/ ohne Ablegung der Sunde/ nach dem vorigen Wandel/ Eph. IV, 1. Petr. IV. Hebr. XII. voin Boſen uͤberwunden werde/ ſo dern ůber winde das Boͤſe mit Gutem/ Rom. XII, 21. Sy r. XXI, 2. Sinte⸗ mahl wohl zu beſorgen/ die Gottliche Snad/ die ein ſolcher ſolang verſchmaͤhet hat/ werde ſchwerlich o5 ihm ſchweben/ Syr. V. XVIII. und Luc. XII.

Uno ſo iſt zugleich auch der Satan/ der ſtarcke Gewapnete/ Luc. XI, 21.(Vor deme man ſich doch nicht zu viel/ wie vor einem Rieſen die Heuſchrecken/ zu fuͤrch⸗ ten/ Num. XIII, 34.) beſieget/ wenn man ihme ſein Werck/ und der Suͤnde ihren Willen nicht laͤſfet/ wie GOtt der HErr vor ſolchein unruhigen Ubel warnet/ Gen. IV,. Die Suͤnde ruhet für der Thuͤr/ aber laß du ihr ihren Wil⸗ len nicht/ ſondern herrſche uͤber ſie. Alſo/ daß man auch gleich die erſte Bewegungen und Reitzungen der boͤſen Luſt daͤmpffe/ Jac. I. Denn wenn man nur einen Feind nach dem andern durch ein kleines Thorlein einlaſſet/ nimmt er endlich die gantze Stadt eiu. Wer eine Sch ange im Buſen heget/ den wird ſie endlich zu todt ſtechen. Darum/ ob ſchon der Satan ein ſtarcker Gewapneter/ ein GOtt der Welt/ ein HErr und Herrſcher unter dem Himmel in der Finſternuͤß dieſer Welt/ ein Tauſtud⸗Kuͤnſtler und behender Feind/ eine argliſtige Schlange iſt/ ſo iſt er doch gerichtet/ ſein Recht und Macht ihme genommen/ gebunden und eingeſchrencket/ daß er muß dem ernſtlichen Widerſtand der Glaubigen weichen ein Woͤrtlein/ im Na⸗ men und Krafft IEſu/ kan ihnfaͤllen; wenn ſonſt aller Welt Macht ihme muß unter⸗ liegen. Match. IV,. Eph. II, 2. Col I, 13. 1. Johl. V, 19. und dakein Goliath ſich wi⸗ der ihn zu ruhmen hat; als welcher/ als der ungeheure Leviathan auch der bebenden Lantzen ppottet/ Job. XLI. ſo kan ihn doch ein llene David in der Krafft des noch

ſtaͤr⸗