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22 Chriſtliche und Blut/ Rom. VII, 23. Gal. V, 17. Jac. IV, I. 5. Da das Fleiſch geluͤſtet wider den Geiſt/ und den Geiſt wider das Fleiſch; da des Fleiſches feindſeeliger Sinn Rom. VIII. dem Sinn Chriſti und ſeines Geiſtes nicht will weichen; allo der aͤuſſere dem innern/ der alte dem neuen Menſchen immer die Ober⸗Hand/ Herr⸗ ſchafft und Sieg diſpurirt/ und darüber manche Rebellion anrichtet/ und alſo/ wie ehemahls/ der nach dem Fleiſch gebohren iſt/ den verfolget/ der nach dem Geiſt ge⸗ bohren worden/ Gal. IV, 29. da quch Widergebohrnen die Welt/ und was von der Welt iſt/ als Augen⸗Luſt/ Fleiſches⸗Luſt und hoffaͤrtiges Weſen/ noch tief un Her⸗ en ſtecket/ ob ſie ſolches ſchon haſſen und hindern/ I. Ioh. II und die Herrſchafft wwill ehaupten. Darum auch vergebens die aͤuſſere Welt geflohen wird/ wo man nicht durch den Slauben ſich ſelbſt/ und die innere im Hertzen uͤberwindet. 1. Joh. W. oder ſich enthaltet von den fleiſchlichen Luͤſten/ welche wider die Seele ſtreiten/ 1. Pet. II, 11. Jac. IV, 1. Wir wollen nicht ſagen/ mit wie vielem Hauß⸗ Creutz/ Unglück/ Armuth/ Kranckheiten/ Affecten/ Forcht und Gefahren der Menſch zu kampffen hat/ Matth. X, 36. Job. II, 27. Darzu nicht wenig contribuiret die feindſeelige/ dem Geiſt des Slaubens entge zen ſtehende Vernunfft/ oder vielmnehr Unvernunfft/ Eph. II, 3. c. IV, 17.18. Col. I, 21. 2. Cor. X, 5. daher man billich ſaget: Vernunfft wider den Glauben ficht ꝛc. Daunn das iſt die Feſtung und Be⸗ haltniß der feindſeeligen Geiſter/ der Aeiſllchen Schalckheiten/ der Irrgeiſter/ fal⸗ ſchen Propheten/ des Anti⸗Chriſts dc. welche das Wort rauben/ die Warheit ver⸗ kehren/ des Fleiſches Maximen behaupten/ den Verſtand bethoͤren/ die Sinne be⸗ aubern/ den Willen gefangen nehmen/ den Glauben kraͤncken/ das Gewiſſen ver⸗ tzen/ den Geiſt daͤmpffen/ darmit aber unbeſonnener weiß/ in Abſicht leiblicher Vortheilen/ ins ewige Verderben Leib und Seel ſtuͤrtzen wollen.
Dieſer Stand aber wirddeſto haͤrter/ wenn die Lehrlinge mit dem Fecht⸗
Meiſter ſelbſt einen Gang wagen muſſen; wenn auch der beſte Freund in einen Feind/ GOtt in einen Grauſamen ſich verwandelt/ Job. VI, c. 19. c. XXX, 21. Eſ⸗ XXX. Pf. LXXXVIII. ſich/ wie Jacob als einen Gewaffneten entgegen ſetzet/ Gen. XXXII. der ſo gewalttg mit ihm ringen muſte/ daß der Staub darvon in die Hoͤhe ſtteg/ und Er ſeine Huͤffte verrenckte; und gegen das Cananeiſche Weiblein Hunemp ndlich ſich verſtellet/ zur Probe und verſuchung. Match. XV. Ef. XLIX, 1 4. Pſ LXXVII. und XIII. Darvon der wohlgeuͤbte Lutherus/ aus eigener Erfahrung alſo ſchreibet/ Jom. VI. Jen. f. 227. Chriſten ſeyen ein wohlgeplagt Volck auf Er⸗ den. Dann uͤber das aͤuſſerliche Leiden haben ſie noch ſehr viel Betrubnuß und Her⸗ tzenleyd/ und ewige Forcht und Schrecken fuͤr dem Tod/ Sund und GOttes korn/ welcheserſt der rechte Puff leyen; das auſſerliche Leiden der Chriſten/ daß ſie die Welt verfolget/ verjaget/ und allerley boͤſe Tuͤck beweiſet/ ſeye nur das A. B. C vom Leiden der Chriſten und Kinderwerck. Aber diß dringet durch/ die Angſt und Wehen die ſie im Hertzen tragen/ fuͤr SOttes Zorn/ und Forcht des ewigen Tods/ daß ſie nicht Geſellen werden der Teuffel im Abgrund der Hollen/ und ligt ihnen Ta gund Nacht auff dem Hertzen/ muͤſſen damit kaͤmpffen/ daß ſie moͤchten blutigen Schweiß ſchwitzen; daß ich viel lieber ein Jahr lang in Kercker liegen/ Hunger und Durſt leiden/ dann einen Tag ſolche Hollen⸗Angſt ausſtehen wolite voin Teuffel/ darmit er die Chriſten angreifft. 1
Idem. Im Buch von der Winckel⸗ Meß bekennet/ was vor eine harte Diſputa- tion und Kainpff mit dem Teuffel Er habe muͤſſen ausſtehen: da er Ihme vorge⸗ halten/ daß Er 15. Jahr Meß gehalten/ und groſſe Abgoͤtterey getrieben habe/ ac. Er ſagt hier brach mir warlich der Schweiß aus/ und das Hertz begunte mir zu zittern und zu bochen. Der Teuffel weißt ſeine Argumenta wohl anzuſetzen/ und hat eine ſchwere ſtarcke Sprach/ und gehen ſolche Diſputationen nicht mit langem und vielemn Bedencken zu/ ſondern im Augenbiick iſt ein Antwort ums ander. Und
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