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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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Leich⸗Predigt. 2

und unverdroſſen/ als ein Landfahrer job. I. der alle Staͤdt durchwandelt/ Luc. XI. in allen Staͤnden ein; bey groſſen Herren mit Vanitaͤt und Eitelkeit(A⸗ theiſterey zu Hof mit Stcherheit(Epicuriſch⸗Sodomitiſchen Greueln) in der Eantzley mit Vundheit/ auf dem Rathhauß mit Ungerechtigkeit/ in dem Eheſtand mit Uneintgkeit/ un Spital mit Neid/ im gemeinen Leben mit Verhohnung /in der Kir⸗ cyen aber mit Ketzerey und Unbußfertigkeit; da weiß er ſonderlich ſich/ nach 2. Cor. Xl, in einen Engel des Lichts zu verſtellen/ biß er Unkraut falſcher Lehr und verdamlichen Lebens ausſaet/ Matth. XIII. dardurch er den Lauff des Evangelit hindert/ I. Theſf. Il. die Leut verblender/ 2. Cor. IV. und von der Einfalt in Chriſto JEſu/ durch aller⸗ hand Suͤnde und Laſter wider die heiligen zehen Gehott/ abfuͤhret/ 2. Cor. XI. Wie es die Exempel bezeugen. Salomo hat er getrieben zur Abgoͤtterey/ I. Reg. XI. den Iſtueliten zum Fluchen/ Levit. XXIV. Jerobeam zur Veranderung des Got⸗ tesdienſt/ 1. Reg. XIII. Abſolon zum Ungehorſam/ 2. Sam. XV. Cain zum Neidt Haß/ Todſchlag/ Gen. IV. David zum Ehebruch/ 2. Sam. XI. Achan zum Dieb⸗ ſtahl/ Joſ. am VII. die Juden zu Jeruſalem zum falſchen Zeugnuß/ Act. XVII. Achab und Iſabel zu unordentlicher Luſt/ 1. Reg. XXI.

Darzu Ihmne dann ſeine Getreue/ und mit Ihme in einer verbindlichen Ver⸗ ſaͤndnuß Stehende/ in dem Argen liegende Welt/ nneiſterlich hilfft. Sap. II, 25. Matth. XXIII, I5. r. Ph. V. Eph. VI. aſs welche nur das Ihre liebet/ aber alles was Cdriſtt iſt haſſet/ Ioh. XV, 19. Daher derjenige/ der vom Boͤſen weichet/ jedermans Raub und Spott ſeyn muß Eſ. LIX, 15. welche nicht in das wuͤſte/ unordige und ungoͤttliche Weſen nitlauffen/ ſondern ſolches verabſcheuen/ beſtraffen/ der Welt fich nicht gleich ſtellen/ vor derſelben ſich unbefleckt halten/ ihre Freundſchafft verach⸗ ten/ 1. Pet. IV, 4. Jac. I, 27. c. IV, 4. Rom. XII. dieſeibe ſind den Welt⸗Kindern un⸗ leidentlich/ auch nur anzuſehen/ Sap. II, 15. darum ſie immer quaͤlen die gerechten Scelen/ I. Pet. IV, 4. 2. Ep. II, 8. Sie ſind ihnen geachtet wie Schlacht⸗Schaafe ein Fluch und Feg⸗Opffer/ Rom. VIII. 1. Cor. IV, 13. Hingegen reitzet ſie wie Delila, liebkoſet/ wie Jael/ zu ihrer Freundſchafft zu ver⸗ leiten/ und verſetzet damit in GOttes Feindſchafft/ Jac IV. Wer nur ihr Unreines anruhret/ beſudelt ſich darmit/ Syr. XIII, 1. durch ihren Hauch/ Geiſt und Wort wird man befſecket und angeſtecket/ wie vom Baſilißke/ und ein wenig ihres Sauer⸗ Taigs verſaurt den gantzen Taig/ 2. Cor. V.& VI. ihre boͤſe Wort und Exempel ver⸗ führen die Unſchuldige/ ap. IV, 12. dann ſie weiß den Laſtern Namen und Farbe der Tugenden zu geben/ undihren Gifft mit Zucker zu verſuͤſſen. Der Abfall muß Gewiſſens⸗Freyheit. Ungerechtigkeit/ Stats⸗Raiſon; Unzucht/ Galanterie; Verſchwendung/ Freygebigkeit; Hoffart/ Behauptung der Repuration und ehrli⸗ chen Ramens; Rachgier und Fluchen/ Tapfferkeit; Geitz/ Sparſaͤmkeit/ und die Poſte Suͤnden/ menſchliche Schwachheiten ſeyn. Wie jener erinnert: Die Wolluſt muß uns zur Kurtzweil ſeyn/ der Ehr⸗Geitz Tugend heiſſen; die Karg heit hat auch falſchen Schein/ macht ſich fur ſparſam preiſſen. So fuͤhrt der Satan nach und nach heut eine Weltverkehr⸗ te Sach/ ſich Meiſter zu erweiſen. Sie ſpricht: Man muͤſſe ſich in Zeit und Leut ſchicken; intt den Woͤlffen heulen; ſich nicht in ein Bockshorn ſpannen laſſen. Haͤlteſt du noch an deiner Fromigkeit? Wilſt du den Himmel mit Wercken verdie⸗ uen? ec. ja ſie wetß qute Intention zur Freyheit boͤſer Wercken fuͤrzuwenden.

Mitwelchen gefaͤhrlichen Feinden/ wie der verraͤtheriſche Judas/ heimlich conſpiriret/ und ihnen nicht einen geringen Dienſtthut/ der alte Adam/ der ein⸗ heimuſche Feind/ den der Menſch gleich mit ſich auff die Welt bringet; des Menſchen eigene Haußgenoſſen/ die alte Überbliebene/ zwar bey Kindern Gottes entkraͤfftete/

aber nicht gaͤntzlich ausgerottete Inwohner Eapaade das verderbte Fleiſch

und