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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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20 Chriſtliche

Pilatus und Herodes/ zwey buͤſſige Woͤlffe/ wenn das Schaaf darzwiſchen kommt/ 3 einander aͤblaſſen und einmuͤthig auf das Wehrloſe Saafda Und wieſolte wohl Liebe und Friede von ſolchen zu hoffen ſeyn/ welche keine Kmder des Frirdens ſind/ wo kein Grund und Geiſt des Friedens/ ſondern die bittere Wurtzel des oſi un Reich der Finſternuß/ das uhralte Geſetz der Feindſchafft in vollen Kraͤfften ich findet? Gen. III, 1§. Einmahl/ Liecht und Finſterniß/ Chriſtus und Beltal/ der Glaubige und Unglaubige werden nimmermehr zuſammnen ſumnmen) 2. Cor. VI. ſondern inumer eines den andern Abbruch zu thun befliſſen ſeyn/ und zwar das boſe mehr dem guten/ als das gute dem boͤſen zu ſchaden inimer den meiſten Ernſt und Kraͤfften anwenden. 1.. ABey ſo geſtalten Sachen nun/ und obwohldie Glaubige zum Frieden beruffen/ Kinder des Friedens ſind/ Frieden lieben/ Frieden ſuchen/ 8 viel an Ihnen iſt/ Frie⸗ den halten und Frieden machen/ kan dennoch nicht Friede/ ſondern immer Krieg und Streit ſeyn ſo wohl innerlich als aͤuſſerlich/ Marth. X, 34. 35. 2. Cor⸗VII, 5. indeme der Saͤtan/ Welt/ Fleiſch und Vernunfft den in der Heil. Tauff mit GOtt gemachten Vertrag/ und Ihnen geſchehene ſo ſchimpffiich als nachtheilige Abſage/ niemahl ungerochen laſſen werden/ ſo wenig als an Chriſto/ Matth. IV. So wenig Loth in Sodom üm Frieden bleiben kunte; ſondern es gehet wahren Chriſten/ wie den Iraeliten/ ſo hald ſie Egypten verlaſſen und GOtt dienen wollten/ wurde ihre Arbeit verdoppelt. Darum ſagt Syrach c. 2. Schicke dich zur Anfechtung. Dann/ weil der Satan/ ein Widerwaͤrtiger/ ſich einmahl GOtt und ſeinen Kindern widerſetzet hat/ und Ihme die Verführung durch ſeine a, kauſend Kuͤnſte/ als deſſen Tieffe der Boßheit unausgrundlich iſt/ Apoc. II, 24. ſo vielfaͤltig gelungen iſt; ſo goͤnnet Er weder HOTT die Wiedergewinnung der Seelen/ noch den Menſchen die Erloſung durch Chriſtum/ die Errettung von der Obrigkeit der Finſternuß und Verſetzung in die herꝛliche Freyheit des Reiches GOttes und Chri⸗ ſti. Daher verlaͤumbdet Er GO T bey den Menſchen/ und verklaget die arnien Menſchen bey GOtt/ und gehet herum/ recognoſciret Tag und Nacht/ wie ein bruͤl⸗

lender Lowe/ und ſuchet/ mit immer wiederholten Anlaͤuffen/ welche Er verſchlinge.

I. Pet. V, 8. Apoc. XII. Dann/ dieweil Er mit ſeinem Haß Gott ſelbſt nicht errer⸗ chen kar/ ſo ſuchet er Ihmezu ſchaden und ſein Werck zu hindern in ſeinen Kindern/ ſein Ebenbild zu ſtoͤren/ ſeinen Teinpel zu verderben/ ſein Heiligthum zu enthelligen. Wo Chriſtus in emem Hertzen iſt/ ſpeyet der alte Drach Gifft und Gallen) einen gantzen Strohm ſeiner Hoͤlliſchen Wuth wider ſelbiges aus/ Apoc. XII. beſturmets auf allen Seiten/ wie das Hauß Hiobs; Und wie Er aus der allerheiligſten Staͤtte gefallen/ ſo ſuchet Er ſeine Ruhe an den allerheiligſten Oertern/ wie das Paradteß geweſen/ ob Er ſchon ein Geiſt lder Unreinigkeit und Wuͤſteney iſt. Er bietet vie an/ und gibt nichts/ weil er der Aermſte iſt; er macht einen groſſen Schein als wie die betruͤglichen Kraͤnier/ aber verkaufft Schatten/ ja Schaden fuür Gewinn/ reitzt und treibt zu Suͤnde/ Mißtrauen/ Abfall; greifft an/ wenn man am ſicherſten iſt; macht die Suͤnde anfangs gering/ hernach groß; ſuchet bald als eine gerade/ bald krunnne Schlange ſich einzuſchleichen; bald/ als ein grauſam Geſpenſt/ zu ſchre⸗ cten/ bald als ein Engel des Liechts/ ſich beliebt zu machen. Den Wolluſtigen gibt er einen Buhler und Kuppler ab). Den Raachgierigen einen Secundanten. Hen Stoltzen bläͤßt er einen hoͤhern Muthein. Die Vermmeſſene ſtellt er an die gefaͤhr⸗ lichſte Spitze. Den Geitzigen zeigt Er Schlich und Griff zum frembden Gut. Die Glaubige ſucht er zweiffelhafft/ die Betruͤbte gar verzagt/ die Nothleidende ab⸗ faͤllig und uͤberal ſein Reich groß zu machen. Wie ein gewiſſer Lehrer nachfolgen⸗ de Specification der gefaͤhrlichen Nachſtellungen und Wercken des Teuffels macht. Es iſt dem Satan/ ſchreibt Er/ nicht um em Hand Ehr/ Haab oder Gut/ ſondern um den Theil unſers ewigen Erbs zu thun/ darum ſtellet er ſich verſchlagener Weiß AVlAtelge ASnrmn ſlentete lich derchageler Mei