Leich⸗Predigt 19 nen er ſich geübet. Das beſtehet nun in richtigen Auskaͤmpffen/ vollenden⸗ den Lauffen/ und treulichen Glauben halten,
Das erſte/ welches einem wahren Chriſten und rechtſchaffenen Diener GOttes nachſeiner Bekehrung und Bekanntniß zu Chriſto begegnet/ iſt der Neid und An⸗ läufe des Satans/ Haß Spott und Verfolgung der Welt/ Widerſetzlichkeit der Vernunfft/ Reitzung der boſen Luſt/ Zaͤrtlichkeit des Fleiſches und Creutzfluͤchtig⸗ keit; welche als Haupt⸗Feinde entweder mit ſchmeichlendem Liebkoſen/ allerhand Rriegs⸗Liſt und tauſend Kuͤnſten/ oder mit offentlicher Gewalt/ Widerſtrebung und Hindernüſſe von Chriſto/ vom Guten ſuchen abzulocken. Wie den erſten Eltern Adam und Eva/ und dem andern Adam/ Chriſto ſelbſt/ wiewohl mit ungleichem Gluck/ iſt ergangen. Gen. III, 1. 5. Matth. IV, I. ſeqq.
Welches blttere Geſchick Chriſtus ſeinen angehorigen und getreuen Nachfol⸗ gern langſtens zuvor verkuͤndiget und beſtimmet hat. Matth. X, 16. fegq. Joh. XV, G 3 83 Syr. II, x. 2. Tim. III, 12. und Paulo inſonderbahrem Grad zugedacht war
C8. IX, 16.
Da kan es nnn nichts anders geben als tauſend Streit und Widerwaͤrtigkeit; will man anderſt Chriſto getreu verbletben/ Glauben und gut Gewiſſen bewahren/ dehalten was einem gegeben iſt/ und was man mit ſo groſſer Verlaͤugnung erarbei⸗ rehat/ zua non minor eſt virtus, quam quærere parta tueri, 2. Joh. 8. Apoc.
„8. Weilenes aber nicht nur geiſtliche Kriege des HErrn in und uͤber dem
Neich Chriſtt gibt; ſondern auch tauſenderley leibliche Widerwaͤrtigkeiten im Reich der Natür; da der Menſch muß uinmer im Streit ſeyn/ Iob. VII, 1. lauter Muͤhe und Arbeit unter der Sonnen haben/ Gen. V, 29. Pf. XO, 10. Syr. XLI, 1. unmer Zweywider Eins/ und Eins wider Zwey. Svr. XXXIII, 16. 44. 26. da es gar viel Leute giebt/ welche den Frieden haſſen/ wie in Meſech und Kedar/ Pſ. CXXX, 5. welche immer Krieg im Sinn haben. Pſ. LV, 22. L.
Sowird die Wahrnehmung ſeiner ſelbſt/ die tapffere Begegnung dem Gegenſtand und Widerſezzung dem Feinde im Kampff/ und ob er ſchon vielfaͤltig/ dennoch wegen immer anhaltender Langwierigkeit/ da ein Streit dem andern die Hand bietet/ und wenn ein Feind uͤberwunden/ ſich noch ſo viel neue hervor thun/ wie bey den Koͤpffen der Lerneiſchen Schlangen/ alſo das gantze Leben und Bemuͤ⸗ hung als ein einiger und ſtetiger Kampff vorgeſtellet.
Dennoch aber, und zum Unterſcheid ſo manches fleiſchlichen/ ſundlichen/ et⸗ genwilligen Kampffẽ/ auchoͤffters wider GOtt/ den Geiſt/ das Gewiſſen/ und das Gute z.. wirder genenet: Eben derſelbige und ein guter Kampff. Eben der⸗ ſelbe verordnete Kampff. Heb. XII, 2. Cor. IV, 13. Eben der Kampff/ den Chriſtus vorgekaͤmpfft. 1. Petr. II, z1. c. V, o. Wie dann von Zeit an der erſten Rebellion/ Empdrung und Abfall der Engel und Menſchen von Gott/ der ewigen Ruhe und Frieden/ nun in der Welt/ und ſonderlich bey denen durch den feindſeeligen/ unruhi⸗ gen Mord⸗Geiſt getriebenen Unmenſchen/ inehr als bey wilden Thieren/ nichts als Krieg und Kriegs⸗Geſchrey/ Emporung eines Volcks wider das andere/ und eines Koͤnigreichs wider das andere gehoret wird. Matth. XXIV, 6. 7. da der unruhige Geiſt ausgegangen/ alle Heyden zu verſammlenin den Streit/ daß Menſchen⸗Blut vergoſſen werde wie Waſſer; ja unter den Heyden ſelbſt iſt mehr Fried und Eintrucht/ als unter den heyduiſchen Ehriſten; da die kriegeriſche Gemuͤther immer einander in den Haaren liegen/ ſich unter einander beiſſen und freſſen/ und in tauſend Proceſs und Haͤndel über dem Mein und Dein verfallen.
Allein/ ob gletch das Reich des Satans und der Welt unter ſich ſelbſt uneins
iſt/ ſo iſt es doch wider die Kinder GOttes/ und denſelben zu ſchaden/ gantz einig„ ie . ila⸗


