Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
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Die unter dieſer Vorausſetzung frei werdenden Grundſtücke würden die will⸗ kommene Gelegenheit bieten, einer gewiſſen anderen Zahl landwirthſchaftlicher Betriebe die zu ihrer Lebensfähigkeit abſolut erforderliche Abrundung wirthſchaftlich zu er⸗ möglichen.

Der landwirthſchaftliche Betrieb ſteht, wie a. a. O. ſchon erwähnt wurde, nicht auf der volkswirthſchaftlich gebotenen Intenſitätsſtufe. Aus dieſer Thatſache darf aber der landwirthſchaftlichen Bevölkerung Ginsheims kein Vorwurf gemacht werden. Eine jede weiterausgebildete Wirthſchaftsintenſität müßte unter den augenblicklichen Productionsverhältniſſen vorerſt noch als ein wirthſchaftlicher Mißgriff erſcheinen.

Eine wirthſchaftlich gerechtfertigte höhere Intenſitätsſtufe verknüpft ſich zunächſt mit der Vorausſetzung, daß es gelingt, der Gemarkung die Garantie einer möglichſt weitgehenden Ertragsſicherheit den Ueberfluthungen gegenüber zu gewähren und weiterhin eine ſolche Regelung der Planlage der Grundſtücke herbeizuführen, daß jedes der letz⸗ teren in landbautechniſcher wie wirthſchaftlicher Rückſicht dem vollſten Maße moderner Anſprüche genügt. Eine wirthſchaftliche Planlage der Grundſtücke fordert nach dem früher Erwähnten hier eine Gruppirung der für den gartenmäßigen Feldbau beſtimmten Grundſtücke in einem Gürtel rings um das Dorf, dem weiter nach außen die im engeren Sinne landwirthſchaftlich benutzten Grundſtücke ſich anzuſchließen hätten.

Wie a. a. O. ſchon hervorgehoben, kann es ſich in culturtechniſcher Beziehung hier nicht einſeitig nur darum handeln, das ſchädliche Waſſer abzuhalten, ſondern es muß vielmehr eine möglichſt umfaſſende ſyſtematiſcheWaſſerwirthſchaft im Auge behalten werden, um durch ſie in dem irgend erreichbar höchſten Maße den fruchtbaren Rheinſchlamm, dies landwirthſchaftliche Rheingold, an die Scholle zu bannen.

Erſt wenn durch eine ſolche umfaſſende landbautechniſche und wirthſchaftliche Vorbereitung der Flur eine ſichere Grundlage geſchaffen ſein wird, kann wirthſchaftlich korrekt daran gedacht werden, weitere Vorſchläge im Intereſſe der Landbau treibenden Bevölkerung zu machen.

Am beſten läßt ſich was dann anzuſtreben damit characteriſiren, daß eben eine progreſſiv intenſivere Erſatzwirthſchaft mit zweckentſprechendſter Geſammtorganiſation der landwirthſchaftlichen Betriebe überhaupt, wie ganz beſonders der in ihnen ver⸗ wendeten Arbeit ſich Bahn brechen muß.

Da dies aber für einen weniger gewandten Wirthſchafter vorerſt wohl noch vielfach unerreichbar iſt, ſo muß dann weiter zunächſt in das Auge gefaßt werden, die beruf⸗ liche Leiſtungsfähigkeit durch eine bedürfnißgemäße theoretiſch und praktiſch gründliche Fachbildung der landbautreibenden Bevölkerung auf eine den modernen Anſprüchen entſprechendere Stufe zu heben. Dieſe Fürſorge darf aber nicht auf den männlichen Theil der Bevölkerung allein beſchränkt bleiben, vielmehr muß auch der weibliche Theil daran participiren. Die Errichtung von Haushaltungsſchulen für Bauerntöchter dürfte ſich in dieſem Sinne beſonders empfehlen.

Schließlich würden ganz unbeſtreitbar Prämiirungen ganzer Wirthſchaftsbetriebe, welche in wirthſchaftlich und techniſch muſtergiltiger Durchführung es verſtanden haben,