— 3—
Trotzdem die Cheſchließungen meiſtens unter Gemeindegliedern ſtattfinden, iſt doch ein häufiger Güterwechſel im Orte.
Das landwirthſchaftlich benutzte Areal umfaßt laut Ausweis der Steuerbehörde 553,12 Hectar, laut Ausſage des Gemeindevorſtandes nur 500 Hectar, 305 Hectar Acker und 95 Hectar Wieſen in 8022() Parcellen zerſtückelt, ſind in den Händen von 735 Beſitzern. Die Durchſchnittsgröße der Parcellen iſt 1½% Hectar! 402 Be⸗ ſitzer bewirthſchaften unter 1 Hectar, 283 von 1 bis 5, 49 von 5 bis 10, 1 von 10 bis 20.;
Im Beſitze der Gemeinde und unter die älteſten Ortsbürger vertheilt als All⸗ menden befinden ſich 32 ½ Hectar. Ferner Ackerland und Wieſen im Beſitze der Gemeinde
21 ¹¼ Hectar Acker verpachtet zu 24 Mk. pro Hectar, 6 ½ 2 Wieſe 2 2 16 2 7 2 23 4 2 2 2 2 8 I 2 2
Im Beſitze des Fiscus ſind circa 5 Hectar verpachtet zu 16 Mk. pro Hectar.
Die todte Hand beſitzt als Pfarrland 10 Hectar, welche zu 80 Mk. pro Hectar verpachtet ſind.
Von den directen Steuern betrug die hier in Betracht zu ziehende Grundſteuer von dem Geſammtſteuercapital 2266 Mk. 80 Pf. Nach Abzug des auf den Gemeinde⸗ wald entfallenden Grundſteuercapitals verbleiben von den landwirthſchaftlich benutzten Flächen aufzubringen 1723,50 Mk., pro Hectar 3,09.
An Communalſteuern erhob die Gemeinde Mühlheim in 1883/84 15363 Mk. 1*) in 1865/66 3 017 fl. 55 kr.(5172 Mk.), in 1870/71 2946 fl. 16 ¼ kr., in 1875/76 6773 Mk., in 1880/81 10924 Mk.
Während die Communalſteuern in Meſſel das Doppelte, ſind die Steuern für communale Zwecke um das Dreifache in Mühlheim ſeit 1865/66 geſtiegen.
Die Gemarkung iſt beſetzt mit 236 Aepfelbäumen, 18 Birnbäumen, 44 Pflaumen⸗ und Zwetſchen⸗Bäumen, 126 Kirſchbäumen, 16 Aprikoſen⸗ und Pfirſichbäumen und 6 Wallnußbäumen.
Der Wald der Gemarkung umfaßt laut Ausweis der Steuerbehörde ein Areal von 414,86 Hectar und trägt netto 9055 Mk. Der Werth des Waldes beträgt 660,000 Mk., das Steuercapital desſelben 1381,3 Mk.
Im Gemeindewalde werden jährlich 300 Haufen Waldſtreu gemacht. Dieſelben werden verſteigert und bringen der Gemeindekaſſe jährlich circa 600 Mk. ein.
Nach der vom Commiſſär gemachten reſp. bewerkſtelligten Aufnahme beſteht zur Zeit folgender Viehſtand im Orte:
*) Wäre dieſe Steuer von den Grundſteuerzahlenden reſp. von den Grundbeſitzern allein auf⸗ zubringen, d. h. hätte Mühlheim keinen ſtädtiſchen Charakter, dann würde an Communalſteuer vom Hectar 27,78 Mk., dazu Grundſteuer 3,09 Mk. pro Hectar, in Summa 30,87 Mk. pro Hectar zu zahlen ſein,— de facto wäre hiernach Staat und Gemeinde der Grundbeſitzer, der Bauer nur noch Pächter ſeiner Ländereien.


