— 20—
werden konnte, die als nicht unbefriedigend bezeichnet werden kann. Immerhin iſt dieſelbe aber noch weſentlicher Erhöhung fähig, namentlich wenn rationellere Bewirth⸗ ſchaftung der Grundſtücke eintreten wird, wenn die Leute durch vermehrten Fleiß und durch Anwendung von verbeſſerten Ackergeräthſchaften, durch beſſere Ausnutzung der erzielten Producte, ſowohl aus dem Feldbau als aus dem Vieh größere Erträge zu erzielen ſuchen. Die Kaufpreiſe für den Grund und Boden ſind ja wohl der⸗ malen ſehr gering, aber die Leute ſollten ſich dennoch hüten, zu dem Gelände, welches ſie beſitzen, noch mehr hinzuzukaufen; ſie ſollten— und dies gilt nicht nur für die beiden Gewährsmänner, ſondern für ſämmtliche Landwirthe in Wenings und auch diejenigen der Nachbarorte— ihr Gelände, was ſie haben, gründlicher bearbeiten und die Koſten, welche ſie auf Erwerbung von neuen Grundſtücken verwenden müſſen, lieber zur Melioration derjenigen verwenden, welche ſie bereits haben. Den größten Nutzen gewährt nicht immer der ausgedehnte Beſitz, ſondern oft mehr der geringere, den man den Verhältniſſen entſprechend gut ausbeuten kann.
Frage X.
Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen?
Von der verſammelten Commiſſion wird einſtimmig angenommen, daß die Lage der landwirthſchaftlichen Bevölkerung von Wenings wirklich ungünſtig iſt und daß daran Schwierigkeiten ſchuld ſind, die gehoben werden müſſen, daß die Leute aber auch geneigt ſind fortzuſchreiten, wie ſie dies durch Verbeſſerung in Beziehung auf Viehzucht auch ſchon bewieſen haben.
Eine beſſere Verwerthung der Milch durch Einrichtung einer Sammelmolkerei mit beſchränktem Betriebe, zu welcher der Pachter des fürſtlichen Hofgutes gewiß auch beitritt, würde nicht ohne gute Folge bleiben. Der Futterbau muß ausgedehnt, eine beſſere Cultur der Felder angeſtrebt werden; die Landwirthe müſſen Gelegenheit erhalten und wenn ſie geboten wird, ergreifen, ſich in ihrem Berufe auszubilden, um zu lernen, was es heißt, rationell zu wirthſchaften, Buch und Rechnung zu führen! Es muß mit der ſchlechten Fruchtfolge gebrochen, es muß die Parcellirung der Grundſtücke und ihre Unzuträglichkeit aufhören, mit anderen Worten, es muß auf Zuſammen⸗ legung derſelben hingewirkt werden. Es muß angeſtrebt werden, daß die Creditbe⸗ dürftigen, obwohl ſchon jetzt vielfach auch ſolide Gelegenheit zur Befriedigung des Creditbedürfniſſes geboten iſt, ſicher Geld, vielleicht durch ſtaatliche Anſtalten zu ge⸗ ringem Zinsfuß und mit entſprechender Amortiſationsfriſt erhalten können. Auch dem Ueberhandnehmen des Hauſirhandels durch gewinnſüchtige Händler muß geſteuert werden. Endlich würde es weſentlichen Einfluß auf die landwirthſchaftliche Bevöl⸗ kerung haben, wenn die enormen Koſten, welche bei Verkäufen und Hypothekerrich⸗
—
—e


