Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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theuren Grundſtücken mit darauf folgenden ſchlechten Ernten; in nur wenigen Fällen wird als Urſache der Verſchuldung ſchlechte Wirthſchaft und leichtſinniges Leben angegeben.

Die Mobiliarverſchuldung iſt niederer, als die Belaſtung mit Hypotheken, und trifft hauptſächlich die Gruppen 3, 4 und 6.

Nach der allgemeinen Ueberſicht ſiehe Tabelle A ſind von dieſen drei Gruppen 58 Familien verſchuldet, deren Grundbeſitz im Werthe von 1457530 Mk. mit 77000 Mk.= 5,27 pCt. verſchuldet iſt.

In Procenten der Geſammt⸗Mobiliarverſchuldung treffen:

die nur Landwirthſchaft treibenden Haushaltungen...... 76,07 pCt. die Landwirthſchaft und Taglohn treibenden Haushaltungen.. 2,82 die Landwirthſchaft und Gewerbe treibenden Haushaltungen.. 21,11

Als Urſache der Mobiliarverſchuldung wird angeſehen: theilweiſe mangelndes Betriebscapital, ſchlechte Ernten, in wenigen Fällen aber auch die Aufnahme von Capitalien zur Bezahlung der Termine von gekauftem Grundeigenthum, da dieſe nicht rückſtändig bleiben konnten.

Die Güterſteigſchillinge und Zinſen werden im Allgemeinen pünktlich bezahlt und kommen nennenswerthe Rückſtände nicht vor.

Dieſer Verſchuldung ſteht aber eine Capitalrente von 51000 Mk. gegenüber. Dieſe Rente iſt zu einem großen Theile in Handel und Induſtrie verdient worden, während der größte andere Theil auf Perſonen fällt, die ſich von dem Geſchäft zu⸗ rückgezogen haben.