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Die 17 Haushaltungen, in denen neben der Landwirthſchaft Gewerbe— jedoch meiſtens nur nebenſächlich— betrieben wird, beſitzen Liegenſchaften im Werth von 160,150 Mk., die mit 15,131 Mk. oder mit 9,45 pCt. Hypothekenſchulden belaſtet ſind. Dieſelben vertheilen ſich auf 8 Haushaltungen, deren Grundbeſitz 67,580 Mk. werth iſt und eine Belaſtung von 22,39 pCt. ergibt. Nach Gruppen ſtellt ſich die Verſchuldung:
1 Gruppe 1 Haushalt mit 1510 Mk. Werth 438 Mk. oder 29 pCt. Schulden 2„
„ 3 Haushalte„ 11660„„ 8601„„ 30,89„„
2„„ 11520 3080„„ 26,60„ 15
1 2 2 14490 2 2 1270 2 2 8,76 2 2
„ 1 28400„„ 642„„ 23,77„„
b. Von den Hypothekenſchulden datieren:
8 Eintragungen von 1837—1863 mit dem Betrag von rund 4000 Mk.
7„„ 1864— 1873„„„„„ 20000„
16 11 1 1874—1884 2„„ 1 1 30000 11
Der Art der Sicherſtellung nach dienen von den Hypotheken:
2 von 1837— 1863 mit 1000 Mk. als Caution,
6„ 1837— 1863„ 3000„ für Darlehen oder Schulden,
3„ 1864— 1873„ 5000„ zur Sicherung minderjähriger Kinder,
4„ 1864— 1873„ 15000„ für Darlehen oder Schulden,
4„ 1874— 1884„ 6000„ zur Sicherung minderj. Kinder oder Frauen, 2„ 1874— 1884„ 24000„ für Darlehen oder Schulden.
Die Hypothekſchulden, welche durch Uebernahme auf den elterlichen Gütern ruhten oder in Folge der Herauszahlung an Geſchwiſter entſtanden, ſind unbedeutend; in 2 oder 3 Fällen ſind ſie, als auf gekauften Gütern laſtend, mitübernommen worden. Hauptſächlich wurden die Verſchuldungen durch Handel mit den Juden hervorgerufen, zu deren Befriedigung dann Anlehen bei den Sparkaſſen Herbſtein und Lauterbach aufgenommen werden mußten. Auffallend iſt hierbei, daß ſich die Händler ſo vor⸗ ſichtig von ihren ruinirten Schuldnern zurückgezogen haben, daß nur ein oder zwei Hypothektitel zu ihrer Sicherheit eingetragen ſind.
Die Kaufſchillingsſchulden, an denen 29 Haushaltungen participieren, im Betrage von 28500 Mk. rühren von dem zu Ende der 1870 und Anfangs der 1880er Jahre erfolgten Verkaufe mehrerer Güter her und ſind meiſtens an die Sparkaſſe Herbſtein, welche die Kaufbriefe durch Ceſſion erworben hat, zu bezahlen. An denſelben ſind alle Gruppen unverhältnißmäßig hoch, insbeſondere die Gruppen 1 und 2, betheiligt. Die Kaufſchillingsſchulden betragen 9,7 pCt. des Liegenſchaftswerthes ſämmtlicher 37 Haushaltungen.
Die Mobiliarſchulden im Betrage von beiläufig 15500 Mk., wurden mittelſt Hilfe des ſehr ortskundigen Großherzoglichen Bürgermeiſters und der Ortsgerichts⸗ männer ermittelt, die Angaben ſind indeſſen eher zu niedrig als zu hoch gegriffen, da man ſog. geheime Schulden oft nur vermuthen kann. Dieſe Schulden betragen in
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