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ansicht Schupps ebenso sehr, wie die Bacos auf das blos Nützliche. Denn es treten da Männer auf, wie Barklay und andere, welche auch die Wissenschaft und Künste dem Baco als für einen Staat notwendig empfehlen, und sogar der arme Lazarus, ausdrücklich nicht um durch sein Erscheinen in einem Traum die Welt noch superstitiöser zu machen, als sie schon ist, sondern um für Wolthätig- keitsanstalten zu sprechen. Gewis, so sehr auch Schup- pius auf die Realwissenschaften dringt, So gibt er diesen doch einen idealen Zweck. Denn alle Wolhabenheit und alles irdische Glück, welches durch dieselben begründet und gefördert werden soll, sind ihm ja doch wieder nur Werkzeug und Stoff der Tugend,¹) der sittlich-reli- giösen Gesinnung, der Gottesfurcht, des Einen, was Not thut. Damit dieses sich immer kräftiger und reicher entfalte, war es seine Lust zu sehen, wenn Verstand und Rührigkeit Wolstand förderten.
Also nicht die Wissenschaft an sich, nur ihre Ent- artung, wie ihre Vermischung und Uebergriffe auf das religiöse Gebiet, auf die Sache des Glaubens per- horrescirte Schuppius im Interesse des Glaubens, der stets in dem Grade mehr aus dem Herzen schwindet, je sicherer und unverbrüchlicher er in Wörtern, Begriffen, Sätzen und Formeln liegen soll, aber auch im Interesse der Wissen- schaft selbst, denn nichts ist dieser gefährlicher, als wenn das, was Sache der gläubigen Erfahrung sein sollte, für baare Wissenschaft ausgegeben wird, wodurch noch jedes- mal wissenschaftlicher Aberglaube aufgekommen ist, und wenn das, was Gegenstand nur streng wissenschaftlicher Forschung sein kann, zur Sache des Glaubens gemacht
³) Von der Kunst reich zu werden p. 703.


