die selige Zeit der Kinderjahre, wenn auch nur momentan, zurückver- setzen lassen.
S Dieffenbachs Kinderlieder sind einem wirklich kindlichen Gemüthe Yeniquollen, das merkt man ihnen an; einem Gemüthe, das sich nicht erst mühsam und künstlich zur Spähre der Kinder herablassen oder gar herabschränken muss, sondern das in seinem innersten Wesen noch damit in Beziehung steht und verwandt ist. Eine kindliche, kindlich- schöne und kindlich-fromme Anschauung der Dinge tritt uns hier ent- gegen und alle diese so angeschauten Dinge, das Vöglein, das auf dem Aste sich schaukelt, der blühende Kirschbaum, die Blume des Feldes, wie das Fischlein des Baches uud die ihr Morgenlied singende Lerches Alles weist dies kindliche Gemütb hin auf Den, der die Blumen des Feldes kleidet und auch der Vögel unter dem Himmel nicht vergisst.
84 Kindern den Beruf, welchen wahre Poesie überhaupt hat: richten den Geist empor vor der Sinne rohem Schmaus und weisen ihn auf das Ewige und Unvergängliche, auf Gott hin. Dieffenbach bietet uns: 1) Fromme Lieder und Gebete aus dem Kindesleben, 2) Lieder und Bilder aus der Nalur, 3) Lieder und Bilder aus dem Menschenleben und 4) Wiegenlie der. Nicht Alles, was er uns gibt, ist von gleichem Werthe, aber Goldkörnlein sind doch in jeder dieser Reihen reichlich zu finden.
Die Kindergebete sind einfach, kurz und dem Kindesleben durch- aus entsprechend. Möchten diese Kinderlieder Dieffenbachs doch in recht vielen Familien Eingang finden: eine segensreiche Wirkung auf die Kinderherzen ist ihnen gewiss. Ja vielleicht würde von der Kindes-
freude und dem Kindesglauben dieses Sängers Etwas auf die Herzen der Eltern zurückströmen und er so doppelt segensreich wirken. Ein- sender, welcher weder den Dichter, noch den Verleger dieser Lieder persönlich kennt und sein Urtheil lediglich im Interesse der Sache gibt, hält eine solche doppelt segensreiche Wirkung dieser Lieder nicht für unmöglich aund sagt dem lieben Sänger aus dem Odenwalde für seine schöne Gabe seinen herzlichsten Dank.
Andresen, K. G. Dr., über deutsche Orthographie. gr 8. geh. fl. 1. 30 kr. oder 27 Sgr.
Für Schulmänner und Sprachforscher eine sehr wichtige Schrift.
In Herrig's Archiv XVII. und Gersdorfs Repertorium 1855. 238 Heft. Mützell, Zeitschrift für Gymnasialwesen 1855. Juli— August, sehr anerkennend beurtheilt.
Desselben Wortregister für deutsche Orthographie nebst grundsätzlichen Vorbemerkungen. gr. 8. geh. 27 kr. oder 8 Nger.
Diese Schrift von demselben Verfasser die über deutsche Ortko- graphie 1855 in meinem Verlag erschien, und welche in allen wissen- schaftlichen Zeitschriften sehr rühmlich beurtheilt worden ist, und von
der Jacob Grimm sagt: sie sei eine sehr bedeutende und hervorragen- 10) de, wird dazu beitragen diesen hochwichtigen Gegenstand unserer Spra- h che, auch bei denjenigen klar und fasslich zu machen, die nicht die gehörige Zeit auf solche Studien verwenden können, und darum sei sie dem gesammten Lebrerstand empfoblen.
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