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Allein dass er deswegen die Wissenschaft überhaupt als eine Quelle des mannigfachen Unheils betrachtet habe, dürfen wir um so weniger annehmen, als er ja fast in allen seinen Schriften, insbesondere aber in dem Tractat de arte ditescendi und in dem„Ambassadeur Ziphu- sius“(die überhaupt manchen hierher einschlagenden Auf- schluss geben), auf tüchtige Schulen, die er selbst gerne verbessert hätte, dringt, und als er es für eines Landes höchsten Flor hält, wenn tüchtige Schulen darin sind ¹). Sagt er doch auch, dass alle römischen, Christen verfolgen- den Cäsaren dem Christentum mit allen ihren Verfolgungen nicht soviel Schaden gethan hätten, als Maximinus Thrax. der kaum dritthalb Jahr regiert hätte, dadurch, dass er die Schulen der Christen habe schliessen lassen ²). Selbst die Logik und Metaphysik, welche er sonst nicht genug mit ihrem Darapti, Velapton, Barbara und Celarant ins Lächerliche ziehen kann, sind ihm(de art. dit. p. 729) wieder die Künste aller Künste, wenn sie nur nicht in den Elementarschulen gelehrt würden und so zu kindischen, lächerlichen Fündlein, zu abgeschmackten Possen ausarteten, sondern wenn sie dem gereifteren Alter auf Akademien überlassen blieben. Und ebenso bringt er an demselben Ort die Rhetorik, welche er sonst eine Kunst schön zu lügen nennt, wieder zu Ehren. Er hält da Wolredenheit bei der Abfassung der Predigten nicht etwa für einen Ab- bruch der Mitwirkung des heiligen Geistes, sondern für eine schon von den alten Kirchenvätern geübte Kunst,„„die Eingebungen der Vernunft der Phantasie zu empfehlen und
bedeutendsten Quellen, die dann auch der neuste Beschreiber desselben, Tholuk, reichlich benutzt hat.
¹) Von der Einbildung 538 und an unzähligen andern Stellen.
²) Von der Kunst reich zu werden p. 712.


