Grösstentheils aber liegen doch die Gründe und Veranlas- sungen zu allen seinen satyrischen Auslassungen gegen die Art damaliger Pflege der Wissenschaften, gegen die Schulen und Universitäten seiner Zeit in dem keineswegs benei- denswerten, weil einem wüsten und rohen Pennalismus und einer fast kindischen Pedanterie ergebenen Zustande dieser selbst. Denn obwol Schuppius— einerseits von der All- gemeinheit und Notwendigkeit des Christentums, anderer- seits aber von dem relativen Werte der Erkenntnis und des Wissens bei der Aneignung, Verbreitung und Entfal- tung desselben überzeugt— das Christentum mehr und ernstlicher, als es sonst auch von denen geschieht, die das doch in thesi für richtig anerkennen, als Gesinnung und Leben und nicht als blose Lehre aufgefasst wissen wollte, so war er dennoch kein Verächter der Wissenschaft über- haupt, sondern sie galt ihm nur als notwendiges Mittel zum höchsten Zweck; aber wo sie, in ihrer entarteten. Porm sich wichtig machend, mehr gelten wollte als diess, wo sie das Maass überschritt und für sich selbst schon— auch auf dem religiösen Gebiete— verdienstlich sein sollte, da machte sie auf ihn den Eindruck des Komischen. Gegen die dünkelhafte Schulfüchserei seiner Zeit, die von wahrer Wissenschaft zu trennen Schuppius allerdings selbst nicht immer gelang, und gegen die immer doch gegen die öffentlichen Ereignisse und gegen die öffentlichen Ge- brechen der Gegenwart mehr oder weniger kalten und gleichgültigen humanistischen Bestrebungen verfährt er des- halb freilich mit rücksichtsloser Schärfe, und alte wüste Studenten, Vaganten, wie er sie nennt, und der Magister Ziphusius, der Repräsentant pedantischer Katheder- und Bücherweisheit, müssen viel von seiner Satyre leiden ¹), ) Für das dem Pennalismus und der Pedanterie ergebene akade- mische Leben des 17. sec. sind uns die Schriften Schupps die
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