Sammlung von 1663) nicht vorwitzig nach Dingen zu fra- gen begehrte, welche nicht zur Seligkeit dienten, sondern der gläubigen Erfahrung, dem frommen Bedäürfnisse fern lagen, vermittelt wissen wollte. Er will ausdrücklich nicht die Bibel aus der Metaphysik und diese wiederum auch nicht aus jener erklärt wissen, ebensowenig als er die Bibel für eine blose Quelle von dicta probantia hält, sondern sie durch Aenderung des Aeusserlichen, Zufälligen, der Situationen in die Sprache der Gegenwart gleichsam übersetzt und durch Exemplification und durch Substitution gegenwärtiger Verhältnisse lebendig, anschaulich und ansprechend gemacht wissen ¹). Für diesen Grundsatz spricht sein„Salomo“ oder„Regentenspiegel“, in welchem sich Salomo sowol in der Erscheinung eines Regenten des 17. sec. als dieser sich in jenem abspiegelt, ferner der
„ge- plagte Hiob“, vor allem aber die grosse Menge einzelner aus- gelegten Passus der heiligen Schrift, welche in seinen Tracta- ten und Predigten zerstreut vorkommen; und von diesen sind besonders hervorzuheben und zu bewundern die Darstellung des Verhältnisses Johannis des Täufers zum Hofe Herodis, wo Johannes als förmlicher Hofprediger erscheint, in einer in der abgenõötigten Ehrenrettung fragmentarisch erwähnten Predigt ²),(dieselbe Darstellung kehrt mehremale in den Schriften Schupps wieder), und sodann die Darstellung davon,„wie fein David sein Plänchen mit Uria ins Werk setzte“, in dem zweiten Theile der„erbaren Hure“ 5). Freilich wusste Schuppius wol, dass sich diese Fähig- keit und Fertigkeit, die heilige Schrift lebendig zu ver-
²) Abgenötigte Ehrenrettung p 659. Eilf Sendschr. p. 607— 611; namentlich: Von der Einbildung. p. 532.
²) p. 655— 657.
²³) 506— 507.


