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Johann Balthasar Schuppius, ein Vorläufer Speners, / für unsere Zeit dargestellt von Alexander Vial, Pfarrer Extraordinarius und Rector zu Neukirchen in Kurhessen
Entstehung
Seite
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eingreifend von dem Laster der Hurerei predigt, sondern von derSüssigkeit des ewigen Lebens zu hören begehrend bis zum Fanatismus gegen die Ketzer(denen die Hure das Messer im Leibe herum drehen möchte!!h) begeistert werden, als ein anderer Prediger von den Juden, Photinianern und andern Secten in Polen disputirend predigte, und die in allen ihren Reden Sprüche aus der Bibel citiren, fleissig in Gebetbüchern lesen und Morgens und Abends geistliche Lieder singen! Sodann sagt Schuppius in seiner abgenö- tigten Ehrenrettung auch ausdrücklich:Was wäre es, wenn die Arinianer, die Photinianer, die Wiedertäufer und andere Ketzer ihre Lehre verdammte und uns verdammte unser epicuräisches, gottloses Wesen? Wir Lutheraner rühmen uns der reinen Lehre, allein wir leben oft nicht wie die Menschen, sondern wie die Teufel, wir stinken vor lauter Heuchelei. Heuchelei aber ist, wenn man viel gutes Dinges saget und doch nicht danach thut. Mancher weiss von den Religionssachen artig zu disputiren, allein er führt ein Leben wie ein Heid. Und weiter sagt er, als ob er es auch für unsere Zeit bestimmt habe:Dann werden sie sagen, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht, viele schöne Bücher geschrieben? Haben wir nicht wider die Papisten, die Calvinisten, Juden und andere Ketzer geschrieben? Haben wir nicht manche tröstliche Predigt gehalten? Und wie hätte er an derselben Stelle das andere Wort:Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? auf die Politiker und Statisten, wie er sie nennt, so tadelnd beziehen können, dass er sagt, wenn diese ein machiavellisches Stücklein ins Werk setzen

wollten, so ordneten sie erst einen Buss-, Fast- und Bet- tag an, begännen in nomine domini, und die wahre Re- ligion und Augsburgische Confession müssten ihrer Schalk-