Herrschaft ungestört ausdehnen können, zumal wenn er den Grundton der Schriften nicht überhört, der uns nun noch in der theologischen Richtung des J. Balthasar Schup- pius darzustellen übrig bleibt.
Theologische Richtung Schupps.
Schuppius ging hinsichtlich seiner theologischen Ent- wickelung hervor aus der im Anfang des 17. Jahrhunderts aus der neu errichteten Universität Giessen gepflegten und herrschenden und von dort 1625(in demselben Jahre wo Schuppius die Universität Marburg bezog) mit den Giessener Theologen nach Marburg übergesiedelten luthe- rischen Orthodoxie in reinster Gestalt; er war sogar mit den Hauptträgern derselben, Z. B. mit Mentzer und Winkelmann, durch seinen Schwiegervater Helvicus verwandt, wodurch es gekommen sein mag, dass er sich erst später und auch da, wie es scheint, nicht ohne Rück- sicht auf seine orthodoxen Verwandte und Freunde von der Orthodoxie dadurch abwandte, dass er, um eine desto festere Stellung einzunehmen, auf eine grössere Unmittel- barkeit der Anschliessung an die heilige Schrift hinarbei- tete, sowol den heidnischen Autoren, die damals durch die Humanisten beinahe eine der katholischen Tradition gleichkommende Bedeutung neben der heiligen Schrift zu erlangen drohten, als auch insbesondere der auf die„reine Lehre“ pochenden Streittheologie gegenüber. Durch wen er hauptsächlich hierzu bewogen und geleitet wurde, ist schwer zu sagen. Es kann sein, dass bei dieser Umände-


