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Johann Balthasar Schuppius, ein Vorläufer Speners, / für unsere Zeit dargestellt von Alexander Vial, Pfarrer Extraordinarius und Rector zu Neukirchen in Kurhessen
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sie sein mögen, doch sammt dem humoristischen Ton, in welchem er sie oft vorbrachte, unserem durch die Würde und den Ernst des evangelischen Gottesdienstes bestimm- ten Geschmack allerdings profan vorkommen müssen, so grosse Achtung wir auch sonst vor dem warmen Herzen des Mannes gegen die Notzustände seiner Zeit und seiner ernsten sittlichen Absicht haben mögen. Uebrigens steht Schuppius hinsichtlich dieser Eigentümlichkeit in der evan- gelischen Kirche nicht vereinzelt da; verglich doch auch Valerius Herberger zwanzig Jahre vorher den Sünder mit einem trunkenen Bauer, der von der einen Seite in. den Sattel gehoben auf der anderen wieder herunter- purzele; und ein Anderer die Sünde mit einem Loch im Strumpf, das anfangs klein, hernach immer grösser werde. Wenigstens hätten seine Gegner(vergl. Schuler Ge- schichte des Geschmacks im Predigen. I. S. 165 u. 139.) am wenigsten das Recht dazu haben dürfen, Anklage gegen seine Predigtweise zu erheben.

Wegen aller dieser Eigentümlichkeiten der Schuppen- schen Schriften sind nun dieselben auch für uns noch von so grosser Bedeutung, dass kein Geschichtschreiber, der ein getreues Bild von den Sitten und dem Leben des 17. Saeculums geben will, sie ungelesen lassen darf. Dem Theologen werden zwar seine rosigen Vorstellungen von dem kirchlichen Geiste und Leben jener Zeit benommen, aber es gereicht ihm doch zu einer gerade in unserer Zeit wolthuenden Belehrung, wenn er aus den Schriften dieses wahrhaftigen Gottesmannes erfährt, dass ausschliessliche Herrschaft des sogenannten kirchlichen tradirten Lehrbe- griffes und christliches Leben noch nicht eins und das- selbe sind, sondern dass neben jenem und den äusser- lichen Formen einer scheinbaren Frömmigkeit noch recht, wol heidnisches Sündenleben und wüste Zuchtlosigkeit ihre