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aber nicht minder körnig, populär und eindringlich und wol noch mehr von biblischem Kraftgeiste durchwaltet. Dasselbe gilt auch im Allgemeinen von seinen geistlichen Liedern, in denen sich sein gläubig frommes Herz aus- drücklich ohne Opitzens Kunst natürlich aussprechen wollte. Das Mass und die Einfachheit der Gerhardischen Lieder fehlt ihnen freilich, aber doch ganz ungeistlich wie unpoetisch ist nur ein Passionslied, welches gegen die re- formirte Lehre von der Gnadenwahl gerichtet so beginnt: „Ach, was machet ihr mir Schmerzen, Freunde mit der falschen Lehr&c.“ Es ist diess Lied zugleich das einzige, was Schupp je direct gegen die„Teufelslahr“ der Refor- mirten, die er sonst so oft als Muster hinstellt, geschrieben hat, gerade wie auch später Spener nur ein Mal gegen die„calvinische Ketzerei“ polemisirte.
Gleichwol hat man Schuppius hinsichtlich seiner Pre- digtweise den Abraham a Santa Clara der Protestanten ge- nannt. Wie viel Aehnlichkeit beide aber auch darin gehabt haben mõögen, so ist doch auch wieder der Unterschied zwischen beiden für den Kenner ein nicht zu verkennen- der. Schuppius hatte als gewesener Professor der Flo- quenz gewis seine Absicht bei der Wahl seiner bei Weitem edleren Ausdrücke und rhetorischen Figuren, wie er denn auch darüber als von einer Kunst die alte Wahrheit immer wieder neu und schmackhaft zu machen mit grossem Ge- fallen spricht. Daraus geht aber hervor, dass es ihm auch nicht so, wie dem Pater am Wiener Hof, auf den puren im Wortspiel sich äussernden Spass, sondern haupt- sächlich auf einen religiös-sittlichen Effect ankam.
Sodann aber ist es ja überhaupt eine Hauptforderung, die man an eine christliche Predigt stellt, dass sie auf die Zustände der Gegenwart eingehe und sie bespreche. Dass nun Schuppius sich vielleicht zu sehr von denselben bei


