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Dass Schuppius dieses in Anregung brachte und ins Werk zu setzen sich befliss, noch ehe man an Spener dachte, diess ist um so verdienstvoller, als der rechtgläubige Clerus jener Zeit gegen die Zumutungen der Fürsten, der Be- hörden und der bessern Theologen, sich des Jugendunter- richtes anzunehmen, als gegen eine Schwärmerei ankämpfte, und als dieser unter dem Schutte gelehrter Polemik so sehr litt, dass man am Ende alle Fähigkeit der Unterweisung verlor. Ehe er nach Hamburg kam, bestand wol daselbst auch schon eine wöchentliche auf den Donnerstag fallende Betstunde, doch Niemand besuchte sie, als alte schwache Leute und diese auch ſspärlich. Er suchte nun dieselbe wieder zu beleben; er forderte die Eltern auf, ihre Kinder zu schicken, damit sie an Zucht gewöhnt würden und von der Strasse kämen, und die Herrschaften, dass sie ihre Dienstboten daran theilnehmen lassen möchten, und wusste auch dafür seine Collegen zu interessiren. Für die Besucher dieser Betstunde verfasste er, damit dieselbe nicht zu einem todten Institut werde, die„einfältige Erklärung der Litanei“.
War Schuppius für die Gesunden ein ernster Mahner, so war er für die Kranken und Schwachen dagegen ein leutseliger Tröster. Er sorgte wenigstens dafür, dass in den Hospitälern Luthers kleiner Katechismus vorgelesen wurde, und grösstentheils für sie waren auch die geistlichen Lieder bestimmt, welche er verschiedentlich veröffentlichen liess. Insbesondere waren es„die armen und kranken Brüder und Schwestern im Pesthofe zu Hamburg“, welchen er die„Kranken-Wärterin“ oder die Auslegung des Vater Unsers widmete. Für die Kranken überhaupt verfasste er auch das„Golgatha“ oder„eine kurze Anleitung, wie ein kranker Mensch ihm die sieben Worte, welche der Herr Jesus am Stamm des heiligen Kreuzes gesprochen hat, auf seinem Todenbette solle zu Nutzen machen“.


