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ihm bald wie ein Compendium mundi bald wie Ninive vor- kam, von Neuem habe anfangen müssen die Welt kennen zu lernen ¹). Wären auch die Schilderungen der Zustände, wie sie uns Schupp von Hamburg in seinen Tractaten und Predigten gibt, nur halb wahr, so erkennt man doch daraus, dass der sittliche Zustand der durch die Unruhen des dreissig- jährigen Kriegs noch vermehrten Einwohnerschaft dieser erwerbreichen Seestadt den des heutigen Hamburgs an Ver- derbheit doch noch hinter sich zurücklässt. Aber Schuppius war ganz der Mann dazu die Laster des Hamburger Volkes diesem nackt vor das Angesicht hinzustellen und den Zorn Gottes über die Sünde mit den erschütterndsten und ein- dringlichsten Worten zu verkündigen. Dadurch geschah es jedoch nicht, dass sich das Hamburger Volk hartnäckig von ihm abwendete; nein, es musste ihn hören, wenn er den Stab Wehe schwang. Dazu zwang es schon sein lebendiger, origineller, anregender und erweckender Vortrag. In Schaaren strömte das Volk, auch aus andern Kirchspielen, in die Kirche zu St. Jacob: die Kirchenstühle mussten ver- mehrt werden; und wenn Schuppius auf die Kanzel steigen wollte, musste er sich erst durch das Volk hindurch- drängen). Es ist Schade, dass uns von Schupps Predigten nur eine vollständig hinterlassen wurde, die Katechismus- predigt über das dritte Gebot, mit der Ueberschrift: Ge- denk daran Hamburg. Ausserdem besitzen wir von ihm noch drei Predigten in Fragmenten in der„abgenötigten Ehrenrettung“. Doch diess reicht schon hin uns von der originellen, von biblischem Kraftgeiste durchwalteten, im Volkstone gehaltenen Predigtweise des Mannes eine Vor- stellung zu geben. Wie Schuppius das Volk zu fassen und
¹) Fr. in der Not, an vielen Stellen. ²) Ged. daran H. p. 288.


