Druckschrift 
Johann Balthasar Schuppius, ein Vorläufer Speners, / für unsere Zeit dargestellt von Alexander Vial, Pfarrer Extraordinarius und Rector zu Neukirchen in Kurhessen
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen

Darmstadt nach Braubach(in Darmstadt hatte er bei Georg II. Abschied genommen und ihm für die erwiesenen Wohlthaten gedankt, zugleich auch einige Aufträge von Johann von Hessen-Braubach ausgerichtet) in Frankfurt am Main von einem Frankfurter Patricier, Beinhöfer, ein Vocationsschreiben von der evangelischen Gemeinde zu Augsburg eingehändigt wurde, in welchem ihn diese als Prediger begehrte, und bei welchem die Abschrift eines Schreibens an den Rat der Stadt Hamburg beigefügt war, damit dieser den Schuppius von seinem gegebenen Wort entbinde und ihn nach Augsburg ziehen lasse. Da war es Schuppius beinahe leid, dass er den Ruf nach Hamburg an- genommen, denn an die Stelle zu Augsburg knüpfte sich ihm die Hoffnung, dass er dort vielleicht seine Gedanken und Ansichten vom Schulwesen an einer Musterschule nach der Art der Sturmischen in Strassburg verwirklichen könne, zumal da in Schulangelegenheit die Augsburger schon einmal Schupps Schwiegervater Helvicus, dessen Urteil in Schulsachen damals allgemein respectirt wurde und welches Schuppius sich angeeignet hatte, hatten kom- men lassen. Er wollte es daher beide Städte unter sich ausmachen lassen, welche von beiden ihn als Prediger be- komme, und mit dieser Resignation traf er dann wieder in Braubach bei den Seinen ein. Diese aber lagen alle an einer pestartigen Krankheit darnieder, als er zu ihnen kam: kein Mensch durfte, weil die Krankheit sonst weiter ver- breitet worden wäre, Schuppius besuchen oder auch nur den Kranken aufwarten. Das musste nun Schuppius, der allein verschont blieb, selbst und allein besorgen; und diese Krankenpflege, das Lazareth, noch mehr aber die Absperre von der Aussenwelt, von dem Hofe, bei dem er sich wich- tiger Aufträge von Darmstadt her zu entledigen hatte, machte ihn ganz mutlos und wunderlich. Und noch war