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Predigt wurde zwar, obwol es Viele wünschten, nicht ge- druckt, weil Schuppius es aus Bescheidenheit ablehnte, aber dennoch bemühten sich auf die Kunde davon alle seine Freunde und nähere Bekannten ihm dafür ihren Dank, ihre Glückwünsche und ihre Anerkennung auszudrücken. Nicht allein, dass der Gesandte von Venedig, Contareni, der die Predigt selbst gehört hatte, meinte, Schuppius müsse ein ächtes katholisches Herz haben, auch Schupps ehemaliger Lehrer, der berühmte Theolog und Philosoph Christoph Scheibler, welcher inzwischen Superintendent zu Dortmund geworden, konnte das freudige Gefühl, dass sein Schüler dieser erhabenen Function gewürdigt worden war, nicht zurückhalten und wünschte in einem Briefe ihm dazu Glück,„dass er der erste gewesen sei, der die spe- ciosos pedes evangelizantis pacem erlangt habe“ ¹). Doch hatte die Friedenspredigt Schupps bei den Katholiken, be- sonders bei dem Nuntius apostolicus in Münster, Fabio Chigi, dem späteren Papst Alexander VII., nur Verdruss erweckt, der seine tiefere Wurzel freilich in dem Ereignis selbst hatte. Schon in Münster hatte dieser unsern Schup- pius einen Ketzer genannt, der das Volk verführe, und dann nachher das Gerücht über ihn ausgesprengt, er sei toll geworden und laufe bei Cöln im Walde herum wie ein wilder Mensch ²).
Von dieser Zeit an war Schuppius eine Persönlichkeit von grösserer geschichtlicher Bedeutung geworden. Es dauerte auch nicht lange, als ein Ruf vom Senat zu Ham- burg an ihn erging, der ihm die Stelle eines Predigers zu St. Jacob daselbst antrug und den er annahm. Kaum hatte er aber das gethan, als ihm auf einer Rückreise von
¹) Ged. daran H. p. 216. ²) ibid. und Reg. Spieg. p. 71.


