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und der Welt ein grösseres, lebhafteres Interesse zuwendet und damit eine Neigung befriedigt, die ihn schon in früher Jugend den kindlichen Wunsch hegen liess„Kanzler werden zu wollen.“ Als Hofprediger verband Schuppius mit einer rücksichtslosen Freimütigkeit jedoch eine so grosse Welt- klugheit, dass keine verläumderische Zunge ihn um das Ansehn bei seinem Fürsten bringen konnte. Der Fürst selbst äusserte einem Edelmann, welcher Schupps kühn- liche Antworten und Reden doch etwas bedenklich fand: „ich halte auch nicht Jederman zu gute, was ich Dr. Schup- pen zu gute halte; es ist nicht ohne, er hat einen hitzigen Kopf und ein deutsches Maul, aber er hat ein ehrlich Ge- müt und Herz; ich habe ihn mehr als in einer Occasion probiert“ ⁷). Der Landgraf würdigte ihn auch des beson- deren Zutrauens, dass er ihn in seinem Namen zu den Friedensunterhandlungen nach(Osnabrück und) Münster abschickte, um das Instrumentum pacis zu unterzeichnen, wo er sich fast bei sämmtlichen Gesandten durch sein red- liches und freimütiges, aber dabei bescheidenes Wesen empfahl. Nachdem den 24. Oktober, schon als die Nacht hereingebrochen, der Frieden unterzeichnet worden war,— es War gerade an einem Sonnabend—: da erhielt, wäh- rend die katholischen Bevollmächtigten zum Zeichen der Trauer die Liechter ausgelöscht wünschten, Schuppius von dem schwedischen Bevollmächtigten, Grafen Johann Oxen- stiern Axelsohn, dessen besonderer Zuneigung und Freund- schaft er sich erfreute, den Auftrag, an dem nachfolgenden Tage, dem Sonntage, vor den evangelischen Bevollmäch- tigten die Danksagungs-Predigt zu halten. Obwol die Zeit der Vorbereitung zu einer Predigt bei einer solchen Gelegenheit, welche die ganze Welt, namentlich aber auch
¹) Freund in der Not. p. 239.


