der Jahrgang 1765 enthält eine heute wertvolle Be⸗ ſchreibung des Oberamtes Gießen und der Jahrgang 1771 iſt angefüllt mit Aufſätzen, die für unſere Ortsgeſchichte von höchſter Bedeutung ſind. Wir finden darin eine Ueber⸗ ſetzung der lateiniſch abgefaßten Topographie Gießens in Dieterich's institutiones orator. mit außerordentlich wert⸗ vollen Anmerkungen und Ergänzungen aus der Feder des Mag. Jac. Theod. Franz Rambach, des Begründers der Bibliothek des akademiſchen Pädagogs, an dem er mehrere Jahre erſter Lehrer war*). Die Anonymität der Mitarbeiter beginnt ſich um dieſe Zeit etwas zu lichten, einzelne Auf⸗ ſätze werden wenigſtens mit einem Buchſtaben gezeichnet. Daher dürfen wir auch als den Verfaſſer eines Beitrages zur Gießener Kirchengeſchichte im Jahrgang 1771 den außerordentlichen Profeſſor der Theologie Johann Chriſtian Dietz vermuten, der 1754 Diakonus an der Burg⸗ kirche, 1761 Diakonus und 1764 Pfarrer an der Stadtkirche zu St. Pankraz“**) wurde.***) Die Geſchichte der Burgkirche iſt wahrſcheinlich auch von ihm aus einer an ihn gelangten Handſchrift veröffentlicht. Durch dieſe Beiträge, beſonders aber durch die fortgeſetzten Nachrichten über die Univerſität, durch ihre regelmäßig abgedruckten Vorleſungsverzeichniſſe und die„Lektions⸗Kataloge“ des Pädagogiums wird das Gießener Wochenblatt zu einer bis jetzt noch nicht gewürdigten Quelle für die Geſchichte unſe⸗ rer Stadt, der Univerſität und des Gymna⸗ ſiums.
Die mehr auf's Nützliche gerichteten Beſtrebungen der Herausgeber(es iſt jetzt immer von„den Verfaſſern“ die Rede) erhalten Ausdruck in den vermehrten,ökonomiſchen“
Nachrichten, an denen ſich Mitarbeiter aus der Provinz in anſcheinend größerer Zahl beteiligen. Zugleich aber wird dem Unterhaltungsbedürfnis Rechnung getragen. Es
*) Vgl. Joh. Val. Klein, Einige das Gießer akad. Paedagog... betr. Nachrichten. Gießen. 1829. Progr.
**) Die Gießener Stadtkirche war urſprünglich dem heil. Pankraz geweiht.
***) Vgl. Ernſt Ludw. Wilh. Nebel, professorum theol. Giessens. series. Gießen 1818. Progr. S. 20 und Fr. Wilh. Strieder, Grundlagen zu einer heſſiſchen Gelehrten⸗ und Schriftſteller⸗Geſchichte. Bd. III. S. 68 ff.


