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gemacht wird und darin die eine die andere zum Erben ein⸗ ſetzt“. Aus dem Franzöſiſchen überſetzt erſcheint J. Barbey⸗ racs„von der Zulaſſung der Geſetze“ Dieſe alle ſind mit einer Menge gelehrter Hinweiſe verſehen und wohl auch nur für juriſtiſch gebildete Leſer berechnet geweſen. An die Anweſenheit des Augenarztes Dr. Taylor, der das Land bereiſte, Augenoperationen vornahm und beſonders gläſerne Augen einſetzte, knüpft ein ausdrücklich allgemein verſtändlich gehaltener mediciniſcher Aufſatz an, der eine Beſchreibung des Auges und Ratſchläge zur Erhaltung des Geſichtes,„ſo weit es ohne Hilfe des Arztes möglich iſt“, bringt. Naturwiſſenſchaftlichen Aufſätzen folgen ſolche aus der Aſtronomie, aus der Philoſophie, aus der Pädagogik. Die Geſchichte iſt im erſten Jahrgang auffallenderweiſe nicht vertreten, doch wird in den ſpäteren Bänden der Kunde der heimiſchen Vorzeit Aufmerkſamkeit zugewendet, worauf weiter unten zurückzukommen iſt. Dagegen finden wir hier eine kurze Hiſtorie der hieſigen löblichen Univerſität“ zur Jahrhundertfeier ihrer Wiederherſtellung geſchrieben, die jedoch unter Hinweis auf Nebels zu haltende Feſtrede recht knapp gefaßt iſt. Aus dieſer lateiniſch gehaltenen Rede wird bald darauf ein deutſcher Auszug gebracht unter dem Titel:„von der Hülfe, welche der Staat und die Univerſität eines von dem andern zu erwarten haben“.
Weiſen uns die beiden zuletzt genannten Aufſätze geradezu auf Beziehungen von Mitgliedern des akademi⸗ ſchen Lehrkörpers zu unſerem Wochenblatt hin, ſo iſt es ganz zweifellos, daß auch die Verfaſſer der oben ſkizzierten Artikel in jenen Kreiſen zu ſuchen ſind. Es iſt doch wohl mehr als Zufall, wenn in Nr. 10 eine Ueberſetzung von Horaz, Epiſt. I, 18,„ad Lollium“ erſcheint und bald darauf in Nr. 16 Heinr. Chriſtoph Nebel ein Kolleg über die Dichtkunſt des Horaz ankündigt, oder wenn Andreas Boehm in demſelben Semeſter über die Vernunftkunſt lieſt und gleichzeitig ein Aufſatz„ob der Vernunft verſchiedene Un⸗ vollkommenheiten, die ihr beygelegt werden, zuzuſchreiben ſind“, in den Spalten des Wochenblatts abgedruckt wird. Und ſchließlich, wer anders hätte in dem kleinen Gießen gelehrte Artikel ſchreiben ſollen, für wen anders wären ſie beſtimmt geweſen, als für den engen Kreis der Ge⸗ bildeten, der ſich um die Univerſität ſchloß? Daher konnte


