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Diktion theilweiſe gut iſt, und daß bie und da Effekt hervorleuchtet, ſo Iſt es eben ſo wahr, daß das Ganze unerträglich langweilig iſt. Der Dich ter ſündigte zu ſehr auf die Geduld und Langmuth des Publikums, wenn er ſein mittelmäßiges Werk burch Ti⸗ raden und unleidliches Geſchwäz der geſtalt in die Länge zog, daß es von halb ſieben bis an halb eilf Uhr ſpielte, obwohl die Zwiſchenakte ziemlich kurz abgefertigt wurden. Welche Monologe und Dialoge! Der Himmel behüte uns! Es wundert uns nur, daß von Seite unſerer einſichtsvollen Regie nicht Ab kürzungen vorgenommen worden find, die nur für das Stük erſprieslich ge weſen wären. Die Darſtellenden ließen ſich nichts zu Schulden kommen, was dieſem Stüke hätte Schaden bringen ſollen. Beſonders waren es die beiden Shakſpeare, Vater u. Sohn, die Hrn. Berg(der ſeine Venefize hatte, aber leider mit dieſer Wahl ſchlecht ſpeku lirte) und Dietrich, die recht ergrei fend ſpielten u. eine derſtändige Auf faſſung bewährten. Dazu erwähnen wir noch die Hrn. Deſſolr, Kalis u. Donua, dann die Damen Deny, Grill, Hoch u. Klimmetſch, die alles Mögliche thaten, um ihren Rollen Bedeutung zu geben. Hr. Huber, ehemaliger Opern⸗Regi ſ⸗ ſeur in Brünn, gab noch den Zampa und den Don Juan zu Gaſtrollen. Im erſtern Varte iſt hier faſt noch Nie mand, außer Wild u. Breiting, durch⸗ gedrungen, u. ſelbſt Hr. Wurda ſchei⸗ terte; als Don Juan bewährte ſich Hr. Huber als tüchtiger Sänger und Dar ſteller, was auch eine Parthei u. eine vorurtheilsvolle Meinung dagegen ſa gen möchten.

Ofen.(Raimund Ver⸗ ſchwender.) Am 8. Dez. ging die erſte Aufführung von RaimundsVer⸗ ſchwender über unſere Bühne. Dieſes viel beſprochene Werk iſt bei allen ſei⸗

nen unbeſtreltbaren Vorzuͤgen zwar weit entfernt klaſſiſch zu ſein, doch hat es einen großen Ruf erlangt, was noch viel mehr iſt. Jede Bühnendlrek⸗ tion, die den Verſchwender zur Auf⸗ führung bringt, beſteigt den hohen Ko⸗ thurn und gebehrdet ſich daber, als gelte es das Höchſte und Gediegendſte im Gebiete des Dramas ihrem Publi kum vorzuführen. Das große Publl kum ſtimmt ein und iſt ent huſiasmirt auf Treu und Glauben. Nun, der Ge ſchmak hat einmal auf einige Zeit die ſe Richtung eingeſchlagen ergo, ſo ſchmiede man das Eiſen, ſo lange es glüht. Auch auf unſerm Theater ward dieſes Chef d'oeuvre des großen Leopoldſtädters würdig in die Szene gebracht und die Neugterde des Publi kums ward ſo angeregt, daß das Haus, troz dem Abonnement suspendu(eln nicht geliebtes Wort bei uns) ſich bis zum Erdrüken füllte. Die Stellung des Referenten führte es herbei, daß er den Verſchwender auf andern Bühnen gar oft geſehen hatte, ihn beinahe immer ſehen mußte, und er muß geſtehen, daß die Darſtellung auf bieſiger Bühne faſt keinen Verglelch zu ſcheuen hat. So iſt unſere geſchäzte Dem. Mäller die beſte Cheriſtane, die ihm je vor⸗ gekommen iſt. Dieſe Lieblichkeit der Darſtellung, dieſe feurige u. doch na⸗ türliche Deklamation, dieſe ſo oraziöſe Sentimentalität u. dieſe rein ätheri⸗ ſche Verklärung in die geheimniß volle Region charakteriſirten das hohe über irdiſche Weſen, das uns ſo ergreifend anzieht. Sie wurde mit ſtürmiſchem Beifall belohnt. Hr. Thome(Flott- well) zeigte ſich als denkender und ge⸗ bildeter Schauſpieler, der ſeine Rolle mit Anſtand und Würde durchführte. Er haſchte nicht nach Effekt und er⸗ reichte um ſo eher ſein Ziel. Das Pu⸗ blikum zeigte ſich ſehr zufrieden. Herr Seydl, unſer ſo beliebter Komiker, gab