Der Schmetterling.
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Ein 5
Flugblatt zum Spiegel.
Theater.
Peſt h.(Zwei Künſtlerdra⸗ mas.) Zwei ältliche Novitäten zeig⸗ ten ſich vergangene Woche wieder im Schauspiel. Beide gehören indas Gebiet des ſogenannten Künſtlerdramas, das jezt bei uns in Mode gekommen.— Die eine heißt:„die Schauſpielerin, oder die verſtoßene Tochter“, dramatiſche Skizze in 3 Akt. von G. A. v. Mal⸗ tiz. Schauſpielerin— verſtoßene Toch⸗ ter— wer ahnt hier nicht gleich den ganzen Hergang der Sache? Ein Va⸗ ter verſtoßt ſeine Tochter, weil ſie eine Schauſpielerin iſt, dazu, wie ſich von ſelbſt verſteht, ein Liebeshandel und zum Schluſſe— da das Stük keine Tragödie iſt— eine Ausſehnung und ein guter Ausgang u. ſo haben die Le⸗ ſer eine Skizze der ganzen Handlung. Bemerken wir noch, daß Rührendes mit Heiterem abwechſelt, daß der Ver⸗ faſſer einige Bähnenkenntniß beur⸗ kundete, ein Paar Charaktere recht gut ausmalte(beſonders iſt der Gaſt⸗ wirth Peter Schnittlauch originell), aber doch auch mitunter langweilig iſt, ſo erübrigt uns nichts mehr zu ſagen, als daß das Stük im Ganzen ziemlich gefiel, wozu die H. H. Berg, Dietrich, Rott(der den Wirth recht draſtiſeh gab) und Lang, dann Dem. Hoch(die ſchöne verſtoßene Tochter) weſentlich beitrugen.— Die andere ältliche No⸗
Mittwoch,
15. Dez.
1837.
vität iſt:„Shakſpeare in der Hei⸗ math“, Schauſpiel in 4. Akten von Carl v. Holtei. Auch hier können u. müſſen wir es mit der Erzählung der Handlung kurz machen, denn ſonſt wür⸗
den wir Gefahr laufen, eben ſo lang⸗
weilig wie der Verfaſſer zu werden. Sphakſpeare, der Unſterbliche, lebt mit ſeinem Vater, dem proſaiſchen Woll⸗ händler, in äußerſter Spannung, weil jener Dichter u. Schauſpieler iſt. Nichts iſt im Stande, den Vater zu verſöhnen, ſo ſehr der Sohn nichts unverſucht läßt, u. ſich darob grämen u. härmen mochte, bis es zulezt dem jungen Lord Southampton, einem Freund Shak⸗ ſpeares gelingt.— Hätten wir nicht acht Tage vorher ein Künſtlerdrama eines andern Kalibers(Kean von Ale⸗ rander Dumas) geſehen, deſſen Leb⸗ haftigkeit und markige Kernhaftigkeit uns ſo erfriſchte u. erquikte, ſo würde uns vielleicht Manches in dieſer Ge⸗ burt Holteis mehr angeſprochen haben. So aber verdarben die Vergleiche mit jenem anmuthigen Luſtſpiele, deſſen Vaſis ein geſunder Menſchenverſtand iſt, unſere ganze Laune, und es iſt ver⸗ zeihlich, wenn wir etwas unwirſch wur⸗ den, und wenn wir an dieſem düſtern, kränkelnden und betrübten Shakſpeare nicht durchaus Gefallen finden konn⸗ ten. Die andern Charaktere ſind theils verbraucht, theils unnatürlich, und wenn nicht zu läugnen iſt, daß die


