Der Schmetterling.
Ein
Flugblatt zum Spiegel.
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Mittwoch, 11. Januar.
Theater.
Peſt hy(10. Jan.). Am 7. d. M. gab man das alte Ziegler'ſche Effekt ſtür:„Vartheiwuth.“ Herr Gerſtel wählte es zu ſeiner Benefize, und gab darin den Cocke. Dieſe Rolle war lan— ge das Varadepferd aller Intriganten und vorzüglich ſcheint der berühmte Ochſenheimer, in der Art, wie man ſie darſtellen ſoll, den Ton angegeben zu haben. Cocke iſt einer jener ſchlei⸗ chenden VBöſewichter, die Süßigkeiten auf der Zunge haben, aber deſto bit⸗ terer und ſchwärzer in der Seele ſind, die gebrechlich und ſchwach ſchelnend, ſtark und unbeugſam in Ausführung iyrer ſchändlichen Tüken ſind. Von dieſer Seite zeichnete ihn der Dichter, faßten ihn Ochſenheimer u. ſeine Nach— folger und Nachahmer auf, und ſo nahm ihn auch Hr. Gerſtel. Nur that Lez⸗ terer in Manchem offenbar etwas zu viel. Er war zu ſchleichend, zu krie⸗ chend und zu gebrechlich, wodurch er ſich in etwas von der Wahrheit ent- fernte. Uebrigens zeugte auch dieſe Rolle von ſeinem Darſtellungsvermögen und wir ſind überzeugt, daß er es gewiß noch zu einem vorzüglichen mi⸗ miſchen Künſtler bringen werde. Das Preiswürdige ſeiner Leiſtung fand auch gerechten Beifall.— Mad. Kalis⸗Pad⸗ jera(Lady Laud) zeigte ſich wieder als
ausgezeichnete Künſtlerin und erregte hohe Theilnahme. Die H. H. Dietrich, Henſel, Demmer waren gut auf ihren Poſten.— Am g. d. M. kam der uralte Schwank:„das Neuſonntagskind“(nach Hafner) von Perinet wieder einmal auf unſere Bühne und erhielt das Pu⸗ blik um durchaus in aufgewekter Heiter⸗ keit. Die Poſſe iſt zwar geſpikt mit Trivialitäten, aber dieſe ſind hier nothwendige Ingredienzien, um die Lachmuskeln auf eine etwas derbe Wei⸗ ſe in Bewegung zu ſezen. Das Opus macht keine höhern Anſprüche, und der Zuſchauer, der ſich einmal herzlich vor Lachen ausſchütten will, findet hier ſei⸗ nen Zwek erreicht, ohne daß ſeine Luſt durch unerträgliche, ernſte und lang⸗ weilige Tiraden getrübt würde. Die Muſik von Wenzel Müller iſt eine äu⸗ ßerſt würzhafte Zut hat, und ſie würde einer italieniſchen Opera buffa Ehre bringen.— Die Darſtellung war ſehr gelungen. Herr Rott gab recht ergöz— lich den tauben Hausmeiſter, im Ge— ſang und Spiel war er gleich drollig. Hr. Donua ſtellte den Hainzenfeld als einen höchſt poſſierlichen Kauz dar; er war äußerſt komiſch und ſpielte die Maultrommel mit draſtiſcher Virtuoſi⸗ tät. Er ärntete vielen Beifall. Uebri⸗ gens waren noch die H. H. Gäde, Schinn, Rötzer, Mad. Hut de. ſehr verdienſtlich.— Tags darauf fand die ſie bente Vorſtell ung v. Raimunds„Ver⸗


