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tebhaften Theilnahme. Dieſer ausge zeichnete Sänger, mit einer glokenrei nen, in allen Tönen gleich ſtarken Stimme, iſt jezt der Liebling des Pu⸗ blikums. Noch einige Ausbildung im dramatiſchen Vortrage und wir hören rufen: Vive Schmetzer, à bas Wild! welcher leztere überhaupt ſchon wohl daran thäte, mit ſeinen vier natürli⸗ chen u. all übrigen erpreßten und durch Halsauskeglung erzwungenen Tö⸗ nen, den Schauplaz ſeiner ehemaligen Siege zu verlaſſen, ehe er noch lächer⸗ lich wird. Die Vorſtadttheater ſind auch im Zuge und machen prächtige Geſchäfte mit den endlich gerathenen Piecen. Im Leopoldſtädter Theater ſizt fortwährend derAdept an der Kaſſe und ſtreift pant omimiſch Summen Goldes in ſein Säkel. Glük auf Hr. Marinelli! Im Joſephſtädter melden ſich haufenweiſe Aspiranten zu denLiebeleien in Linz; Tolds Piece findet mährchenhaften Erfolg. Und endlich an der Wien, an dieſem ſchlammigen, ſumpfigen Orte, wo brod und geiſtloſe Theaterdichter ihre Krüp pelkinder zur Schau ſtellen, dort flim mert ſeit einigen Tagen ein phospho⸗ roszirendes, vierflammiges Irrlicht u. ziehet die neugierige Menge in ſeinen lokenden Kreis. Neſtroy's neueſte Poſ⸗ ſe:Das Haus der Temperamente iſt eine Stuwer'ſche Fallſchirmrakete, welche im erſten Akte hoch in der Luft durch wechſelnden Farbenglanz den vergnügten Zuſchauer ein lautesAh! entlokt, im zweiten Akte aber mit erſterbendem mattem Schimmer, in eine Pfüze von Gemeinheit verſinkt. Der erſte Akt iſt ſchön, edel und ef ſektvoll, der zweite Neſtroy's unwür⸗ dig. Auf andern Bühnen dürfte dieſes Stük ſchwerlich zur Aufführung kom⸗ men(2) Am 23. Nov. fand die erſte

Geſchrei zog eine

Probefahrt auf der Nordbahn, in Ge⸗ genwart von vielen Tauſenden Men ſchen ſtatt. Es war ein herrliches im⸗ poſantes Schauſpiel. Das Lokomatio Auſtria durchflog die 6993 Klafter lange Bahnſtreke von Florisdorf nach Deutſch⸗Wagram in 26 und zurük in 24 Minuten und zog dabei acht Wa gen mit 164 Perſonen, alſo eine Laſt, von 684 Zentner, Wagen und Perſo nen zuſamengerechnet. Das Recht iſt an den Tag gekommen, der jun ge Scherzer, der böswillige An greifer des Literaten Wieſt's(wie vor einiger Zeit in dieſen Blättern berichtet wurde) erleidet ſo eben die gerechte Strafe, durch 14⸗tägigen ver⸗ ſchärften Arreſt. Rekurſe und Vittge⸗ ſuche von Seiten des Inkulpaten waren ohne Erfolg, denn unſere weiſe Regie⸗ rung wollte ein Exempel ſtatuiren.

Paris. In Bordeaux ließ kürz⸗ lich der Unterbefehshaber eines ameri- kaniſchen Fahrzeugs den Schiffskoch zur Strafe an den Maſt anbinden; ſein Menge Leute ans Ufer; zwei junge Leute wollten ihn befreien, ſtiegen in einen Kahn, und hatten bereits die Leiter erreicht, als das Schiffsvolk die Strike abſchnitt, und Veide herabſanken. Der Eine, ein junger Mann von 19 Jahren, u. Ernäh⸗ rer einer zahlreichen Familie, ertrank; der Andere verlezte ſich bedenklich am Kopfe; der Vater des Erſteren kam gerade dazu, um Zeuge ſeines unglük⸗ lichen Schikſals zu ſein. Das erbit⸗ terte Volk ſtürzte nun in Maſſe auf das Schiff, und nur die Dazwiſchen kunft des Militärs konnte größeres Unglük verhüten. Der unglükliche Koch wurde abgeſchnitten, u. nach der Maie⸗ rie gebracht, der Unterbefehls haber aber verhaftet. Die Sache ſoll gerichtlich unterſucht werden.

Redigirt von der Redaktion des Spiegels.