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90 f 5 in Nebenrollen beſhoͤftigt ſind. Progo⸗
Enkelin, Euphania(Dem. Deny) bon Korinth nach Nürnberg, um daſelbſt den Patrizier und Senator Srokand (Hr. Lang), der einſt in Griechenland war, ſeine Tochter heirathetete, mit ihr die erwähnte Euphania zeugte, Gattin und Kind aber treuloſer Weiſe verließ, aufzufuchen, und ihn gericht lich zur Pflicht zu zwingen. Der greiſe Grieche wendet ſich an den in gutem Rufe ſtehenden Senator und Patrizier Pirkheimer(Hr. Dietrich), der ihm bei der Sache behilflich ſein ſollte. Pirk⸗ heimer u. Groland ſind aber perſön— liche Feinde und der Erſtere wird von dem Leztern bei Gericht falſch ange— klagt, als beherberge er in ſeinem Hauſe einen Griechen, dem er die Ge— heimniſſe der Induſtrie Nürnbergs zu verkaufen beabſichtige. Man erſcheint vor Gericht, und auch der Grieche und ſeine Enkelin. Hier ändert ſich die Sache. Der Grieche wird vom Ange— klagten zum Kläger. Groland erkennt in Euphania ſeine Tochter. Er wird gerührt, geſteht und bereuet ſein Un⸗ recht, erkennt ſeine Tochter an und die Sache gleicht ſich friedlich aus. Dieſe Haupthandluag wird nun von einem Paar Liebesgeſchichten durch⸗ kreuzt, wobei, wie ſich von ſelbſt ver— ſteht, die junge Griechin auch eine Rolle ſpielt. Ein junger Nürnberger hat ihr früher in Venedig das Le⸗ ben gerettet, und ſie findet ihren Ret— ter hier wieder, dies iſt Herrmann (Hr. Kalis), Sohn des Erzgießers Vi⸗ ſcher(Hr. Berg); was kann ſie nun weniger thun, als ihn lieben und mit Erlaubniß ihres Vaters heirathen?— Konrad, Grolands Sohn(Hr. Deſſoĩr) liebt Serena, Pirkheimers Tochter (Mad. Grill) und auch dieſe Leutchen werden ein Paar und ſo endet das Stük recht hochzeitmäßig, wobei zu bemerken, daß während die Väter han⸗ deln, die jungen Leutchen faſt nur
tiſche Momente gibt es hin und wie⸗ der in dieſem Werke und auch einigen
Effekt, der abwechſelnd aus humoriſti— ſchen und ſerjöſen Momenten entquillt. Das Vorzüglichſte iſt die Diktion, die wirklich edel zu nennen iſt. Aber ei⸗ nige Längen hat das Stük und keiner der Charaktere tritt entſchieden genug hervor, um Intereſſe einzuflößen. Ge⸗ ſpielt wurde nach Kräften. Vorzüglich wußte Hr. Dietrich Adel, Gefühl und Feuer in ſeiner Darſtellung zu verei⸗ nen. Mit vielem Nachdruke trug er im erſten Akte die Anſichten über den Stand der Patrizier vor, was vielen Anklang fand. Hr. Poſinger war zu rüſtig und zu kräftig, als daß er den ellenlangen eisgrauen Bart hätte recht⸗ fertigen können. Mad. Grill war recht naiv- munter. Herr Kalis ſpielte mit Wärme. Hr. Berg war voll jovlaler Laune.
Ofen.(Neue Stätte.) Auf unſerer Bühne drängen ſich die Novi⸗ täten ſo ſehr und in ſolcher Eile, daß der ſchreibſeligſte Referent ihnen kaum folgen könnte, um wie viel weniger der Ofner Bericherſtatter des Spiegels, dem nur ein ſehr beſchränkter Raum zu Gebote ſteht. Ohne alſo umſtaͤnd— lich zu ſein, melden wir nur, daß un⸗ ſer fleißiger Direktor eifrig bemüht iſt, die neueſten Erſcheinungen der deutſchen Bühne ſeinem Publikum raſch vorzuführen, u. wenn manchmal auch die Spuren dieſer Eile unverkennbar her⸗ vortreten, ſo haben wir doch Alles friſch v. der Pfanne weg, bevor es verdunſtet u. verraucht, u. wir bewundern oft nichts⸗ deſtoweniger den Fleiß, der von den erſten Mitgliedern auf die Ausführung ihrer Rollen verwendet wird, ſo kurz auch die Spanne Zeit zum Studium ihnen zugemeſſen ſein mag. Außer Hrn. Nötzl ſind es die von Natur u. Kunſt gleich habe Dem. Mäller, die denkende


