Der Sc

hmetterling.

Ein

Flugblatt zum Spiegel.

Theater.

Peſt h.(Eine Parodie. Die Griechen in Nürnberg.) Bisher hat man nur klaſſifche Werke der Mühe werth gefunden zu parodi ren, und wenn es gleich etwas ſchwie⸗ riger ſein mag, das Gute und Gelun⸗ gene ins Lächerliche zu ziehen, als das Mißrathene, das oft ſchon an und für ſich des Lächerlichen genug bietet, ſo iſt das Erſtere doch lohnender, da man vor⸗ ausſezen kann, daß werthvolle Ar⸗ beiten dem großen Publikum mehr bekannt werden und es daher den Spott und die Ironie der Parodie leichter erkennen und erfaſſen kann. Hr. Neſtroy ertheilte dem mittelmäßi⸗ gen Produkte Holtey's:Lorbeerbaum und Bettelſtab eine zu große Wich⸗ tigkeit, indem er hiezu eine Parodie: Weder Lorbeerba um noch Bettelſtab ſchrieb(am 22. d. M. hier zum Erſten⸗ male gegeben); aber um ſo mehr ge⸗ reicht es ihm zur Ehre, daß dieſer ſein Scherz, ſelbſt bei Denjenigen, die Hol⸗ teys Werk kau dem Namen nach kannten, die angenehmſte Erheiterung hervorbrachte. Denn außer der gelun genen Traveſtirung, wobei alle Schwä⸗ chen des Originals mit ſo vielem Ge⸗ ſchike auf das Schlagendſte geoffenbart werden, ſo daß wir dieſe Poſſe als die gründlichſte Kritik anſehen können, überſprudelt Alles noch von Wiz und

Mittwoch, 29. Nov.

183

. .

Laune, wobei nur zu bedauern, daß ſich Manches gegen Anſtand und Sitte ſo gröblich verſtößt. Die me iſten Lacher beachten dies aber nicht, und lachen um ſo unbändiger, wie dies nun bei dieſer Voſſe wirklich der Fall war, wozu noch das ausgezeichnete Spiel un⸗ ſerer Komiker viel beitrug. Die. Lang, Rott, Gäde und Dem. Hoch waren beſchäftigt, und kramten ein ganzes Magazin von Drollerien, Juk⸗ ſen u. Scherzen aus. Hr. Lang war, be⸗ ſonders als alter Harfeniſt, draſtiſch; Hr. Rott wie immer bei liebenswürdi⸗ gem Humor; Hr. Gäde ſehr komiſch und Dem. Hoch graziös launig.Die Griechen in Nürnberg, dramatiſches Gemälde in 3 Akten von Eduard v. Schenk, war bei uns eine Novität, die am 25. d. M. der verſtändige Schau⸗ ſpieler Hr. Kalis zu ſeiner Benefize wählte. Die Handlung des Stükes ſpielt zu Anfange des ſechzehnten Jahr⸗ hunderts in Nürnberg, als dieſe alte Stadt in ihrer Glanz-Veriode florirte, Handel, Induſtrie, Künſte u. Wiſſen⸗ ſchaften en gros trieb u. in ihrer Mit⸗ te einen Albrecht Dürer, einen Hans Sachs und andere Celebritäten zählte. Nun fügte es ſich auch, daß einige ſeiner Vetrizier und Bürger Reiſen nach Griechenland und Venedig mach⸗ ten und das gab Stoff zu dieſem Dra⸗ ma. Ein alter Grieche, Vaſilios No⸗ taras(Hr. Poſinger) reiſt mit ſeiner