*
88
der Geſundheit des berühmteſten Pol y⸗ glotten, Hrn. Joſeph Mezzofante, er— ſten Cuſtoden der vatikankſchen Biblio⸗ thek, theils falſch, theils übertrieben ſind. Der ausgezeichnete Prälat befand ſich ſtets in Rom, und obſchon er in den lezten Tagen unpäßlich war, ſo iſt er doch jezt gänzlich wieder hergeſtellt.
Dublin. Nach dem L'Ami de la Religion, Nro. 2866, hat Dublin gegenwärtig eine Bevölkerung von 244,000 Seelen, worunter 176,000 Ka⸗ tholiken, 62,000 Proteſtanten ber ang— likaniſchen Kirche, 2000 Presbyteria⸗ ner, 1600 Diſſidenten, 1000 Quäker, 50 Juden und 1750 Menſchen, deren Neligion unbekannt iſt.
Konſtantinopel. Der Sul⸗ tan hat neulich einem ſeiner Dampf⸗ ſchiffe den Namen„Civiliſation“ ge— geben; auch erklärte er, die Melodie von God save the King gefalle ihm am beſten und ſein Muſikkorps muß nun dieſelbe alle Tage ſpielen.
Amſter da m. Ein hieſiger Groß⸗ händler iſt ſelt 32 Jahren im Beſize eines grauen Papageies, nachdem ihn ſchon ein Oheim deſſelben 41 Jahre lang beſeſſen hatte. Der Vogel iſt mit⸗ hin über 70 Jahre alt. Er befindet ſich dermalen in einem Zuſtande völliger Entkräftung. Er hat Geſſicht u. Ge⸗ dächtniß verloren, und iſt fortwährend in einem lethargiſchen Schlafe begrif— fen. Von Zeit zu Zeit wird er mit Marzipan gefüttert, den man in alten Madeira taucht. In ſeinen jungen Jah⸗ ren war dieſer Vogel ein Muſter der Gelehrſamkeit u. Zungenfertigkeit ge⸗ weſen. Mit dem 6o⸗ſten Jahre fing ſein Gedächtniß an ſchwach zu werden; er lernte nicht nur nichts Neues mehr, ſondern vergaß auch das Alte, und warf die früher eingelernten Phraſen beim Sprechen auf die luſtigſte Weiſe
durcheinander. Bis zu ſeinem 60: ſten Jahre legte er jährlich einmal ſeine Federn ab. In ſeiner lezten Mauſer⸗ zeit bekam er, anſtatt der rothen Schwanzfedern, gelbe. Dies die um⸗ ſtändliche Biographie eines der merk⸗ wuͤrdigſten Redner unſers Jahrhun⸗ derts.
Brüſſel. Der Belge führt als ein Beiſpiel außerordentlicher Früh— reife einen jungen Mann, Namens Vandenbroeck an, der neulich in einem Alter von 16 Jahren mit ungemeiner Auszeichnung den Grad eines Doktors der Medizin erlangte. Er iſt der Sohn eines Militärarztes in der belgiſchen Armee u. hat nie einen andern Lehrer gehabt, als ſeinen Vater, war aber in dem frühen Alter von neun Jahren ſchon im Stande, den Zöglingen des Provinzialathenäums Aufgaben zu ſtel⸗ len, die gewöhnlich das Erſtaunen aller Anweſenden erregten und nicht ſelten die Gefragten in Verlegenheit ſezten.
Aachen. Hier erfahren wir ſo eben, daß der bekannte Tonkünſtler Guſikow am 21. Okobt. geſtorben ſei. Er iſt nur 32 Jahre alt geworden.
St. Petersburg. Der Gene⸗ ral Gouderroff überreichte vor der er- ſten Darſtellung der„Sylphide“ Dem. Taglioni ein prachtvolles Armband von Türkiſen und Rubinen, und ſagte da⸗ bei:„Ich habe Ihnen dies vor Ihrer Darſtellung geben wollen, nachher würde es zu unbedeutend geweſen ſein.“
Leipzig. Ein hieſiger Tiſchler hat die Pappeln gekauft, welche bis⸗ her die Stelle zierten, wo der König Guſtav Adolph von Schweden bei Lü⸗ tzen gefallen iſt. Aus dem Holze, das er zu ſehr hohem Preiſe bezahlt hat, will er verſchiedene Geräthſchaften ver⸗ fertigen und an Liebhaber verkaufen.
Redlgirt von der Re
daktion des Spiegels.


