Der Schmetterling.
Ein 5
Flugblatt zum Spiegel.
Theater.
Peſt h.(Herr Spielberger als Gaſt. Der Poſtillon von Lon jumea u.) Wie ſchon erwähnt, erſchien Herr Spielberger, Regiſſeur des Theaters an d. Wien, am 28. v. M. als Kriegsrath Dallner, in Ifflands Schauſpiel„Dienſtpflicht“, zum Er⸗ ſtenmale als Gaſt. In der äußern Form und einem Theil der innern Geſtal⸗ tung dieſer Leiſtung trat uns unver⸗ kennbar ein großes Vorbild(Eslair) entgegen und wir müſſen geſtehen, daß die Wahl des Darſtellers eben ſo glük⸗ lich zu nennen iſt, als das Konterfei in allen ſeinen Zügen dem trefflichen Originale entſprach. Aber wir bemerk—⸗ ten ſtellenweiſe Eigenes, Selbſtgeſchaf⸗ fenes, das, von kalter Berechnung ab—⸗ weichend, nur die Geburt der Phanta⸗ ſie und Empfindung ſein kann. Wir wollen hier keine Vergleiche mit dem großen Meiſter, der noch obendrein dieſe Rolle zu ſeinen Meiſterſtüken zählt, anſtellen, ſondern blos anfüh⸗ ren, daß Hr. Spielberger in Auffaſ⸗ ſung u. Durchführung die geeignetſten und wirkſamſten Mittel anzuwenden wußte und ſich als einen denkenden und verſtändigen Schauspieler bewies. Er beobachtete durchaus eine gleichmä⸗ ßige Ruhe, die er ſelbſt in den effekt⸗ vollſten Momenten zu behaupten wuß⸗ te(was faſt bei Eslair nicht durchaus der
Mittwoch, 4. Oktob.
1837.
Fall war) und verlieh ſeiner Rolle dadurch eine Charakterfeſtigkeit und eigenthümliche Würde. Das Publikum erkannte immer mehr die vielen ſehr gelungenen Seiten dieſer Rolle und der Beifall und die Theilnahme ſtei— gerte ſich bis zu Ende. Der ſehr will- kommene Gaſt ward wiederholt geru⸗ fen. Gut unterſtüzt wurde er von den H. H. Deſſoir, Dietrich, Poſinger u. Lang. Mad. Grill(Hofräthin) ſpielte mit Fleiß ihre Rolle, zu der Ihre Indi⸗ vidualität u. Kapazität ſich nicht ganz eignen.— Tags darauf gab Hr. Spiel⸗ berger den Morin in„Pariſer Tau⸗ genichts““ zur zweiten Gaſtrolle, und legte durch die gelungene Darſtellung dieſer von der vorigen ſo verſchiedenen Rolle(die er hier zum erſten Mal ge— geben haben ſoll) die ſchönſten Proben ſeiner Vielſeitigkeit ab. Mad. Grill war in der Haußtrolle munter, vif und voll quekſilberner Rührigkeit. Die Parforceſzene mit dem General ward von beiden Theilen ehrenvoll abgemacht. Das Publikum war im Ganzen befrie⸗ digt.— Am 30. erſchien endlich der lang erwartete„Poſtillon von Lonju⸗ meau“, komiſche Oper in 5 Akt. nach dem Franzöſiſchen der H. H. Leuven und Brunsvick, von M. G. Friederich. Muſik von Adolf Adam. Der Text iſt ein artiger, mit ziemlichem Geſchike bearbeiteter Luſtſpielſtoff. Im erſten Akte, der gleichſam ein Vorſpiel iſt,


