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treten und fär das Fach des Herrn Stölzel entgagirt worden. Hr. Klauer ſoll dagegen wieder abgehen und die Mad. Lubeck iſt ſchon wieder abgegan⸗ gen u. darüber dürfen wir uns freuen, denn ſie war in jeder Hinſicht ei⸗ ne ſchlechte Anſtandsdame.— Tichat⸗ ſchek, der treffliche Tenoriſt(den Wie⸗ nern kam er ganz anderſt vor) iſt auf 7 Jahre mit 2500 Thalern engagirt. Er beſizt herrliche Mittel, und was ihm noch fehlt, um allen Anforderun⸗ gen zu befriedigen, dürfte er ſich leicht erringen, wenn er ſo klug iſt, den Un⸗ terricht unſeres großen Geſanglehrers Miekſch, ſo wie den unſeres Chordi⸗ rektors Fiſcher, zu benuzen.— Fräu⸗ lein Anſchütz, die Tochter des Wiener Künſtlers, iſt hier mit ihren Eltern eingetroffen und wird ihr Engagement antreten. Daß Fräul. Bauer jezt die unſere bleibt, erfuhr ich von der Künſt⸗ lerin ſelbſt, dagegen ſcheint es leider immer wahrſcheinlicher zu werden, daß Herr Heckſcher uns nicht lange mehr bleibt. F. C.
Mignon ⸗Zeitung.
Buntes aus London. Mad. Paſta bereiſt die engliſchen Provinzen und hält eine reiche Guineen-Ernte. Ihre Stimme ſoll nie ſchöner geweſen ſein.— Bei einem neulichen ſtarken Gewitter in London und in der Um— gegend ſchlug der Bliz in das Zimmer eines Pächters, Namens Bignell, als derſelbe eben mit ſeiner Familie am Tiſche ſaß. Zwei Kinder wurden auf der Stelle getödtet, Mrs. Vignell und
zwei andere Kinder betäubt, und ſtark verlezt; Hr. Bignell und eine Magd kamen glüklich durch. Die drei Ver⸗ wandten ſind auf dem Wege der Beſſe—
rung; doch fürchtet man, daß Mrs. B., die Mutter einer zahlreichen Familie, zeitlebens lahm bleiben werde.— Im verfloſſenen Halbjahr ſind von den Lon⸗ doner Times 1,605,000 Exemplare ge⸗ ſtempelt worden; die ſchwächſte Zahl war bei dem radikalen Blatte True Sun, wo ſie 227,500 Exemplare be⸗ trug.— Die engliſchen Journale fan⸗ gen nun auch an, artig zu werden, und die Galanterie der Franzoſen nach⸗ zuahmen. Zur Vertheidigung des An⸗ trags, daß auch Damen auf der Gal⸗ lerie des Unterhauſes erſcheinen dürf—⸗ ten, ſagte einer der Antragſteller in der Times:„Wenn wir einen Blu⸗ menſtrauß in das Zimmer ſtellen, fin⸗ den wir nicht, daß die Luft dadurch aromatiſcher und ſüßer wird?“ Ein Anderer ſagt:„Laßt die Damen ein⸗ treten; erſt wenn die Sterne erſcheinen, wird der Himmel ſchön!“ Ein Drit⸗ ter bemerkt:„Was kann uns mehr für Vaterland und Ehre begeiſtern, als die Frauen. Sie ſollen Zeuginen ſein, wie wir uns beſtreben, ihre Achtung zu verdienen.“ Für ein Reich, das durch eine Königin regiert wird, iſt dies der beſte Ton.— Eine ſehr ei⸗ genthümliche Anwendung des Eiſen— bahnſyſtems in England iſt das Modell zu einer Eiſenbahn, um einen Kran⸗ ken in ſein Bett zu ſchaffen. Es wird nämlich auf eine Treppenabt heilung eine bewegliche Eiſenbahn gelegt, an deren Ende ſich eine Kurbel befindet, vermittelſt deren der Patient bis auf den erſten Ruheplaz hinaufgewunden wird, und ſo geht es bis in das Stok⸗ werk, wo er ſchläft. Wie der Kranke
in das Bett kommt, wird nicht geſagt.
— Auf den neuen engliſchen Mallepo⸗ ſten können die Kranken für ein Billi⸗
M.
. ein Bett erhalten.
Redigirt von der Redaktion des Spiegels.


