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Künſtlerin erwarb ſich vielen und ge⸗ rechten Beifall, der um ſo mehr ver— dient war, da ſie mit einer Unpäßlich— keit zu kämpfen hatte. Auch die Her— ren Dietz und Fiſcher waren recht lo— benswerth. Dem. All ram gab die Ca— roline nicht ſchlecht, aber ein wenig mehr Anſtand, meine Schöne, das wäre bene! Das dritte Opus, das über un⸗ ſere Bretter zog, um zu ziehen, iſt von Neſtroy u. heißt:„Moppels Aben⸗ theuer dc. de.“, das ein Werk geringer Sorte iſt. Die engliſchen Gymnaſtiker Lawrence und Redisha produzirten ſich in dieſer Poſſe in Kliſchniggiaden mit ſtürmiſchem Beifalle. Der berühmte Af⸗ fendarſteller iſt nur ein Lehrjunge ge⸗ gen dieſe Meiſter der Gymnaſtiker. Sie leiſten Unglaubliches u. man wähnt ihre Knochen wären von Gummi-Ela⸗ ſtikum.— Der geſchäzte Wiener Gaſt La Noche hat als Lorenz Kindlein Ab⸗ ſchied von den Pragern genommen, die dieſen Künſtler, der zu den erſten Deutſchlands gehört, mit Recht aus⸗ zeichneten. Franz Moor u. König Phi⸗ lipp waren Schöpfungen in denen Hr. La Noche nur einen Seydelmann zum Rivalen hat.— Dem. Denker ſezte ihr Gaſtſpiel, als Baronin, im„Ball zu Ellerbrunn“, Fenella, Vorleſerin und Helene recht beifällig fort. Ihr Splel zeichnet ſich durch Natürlichkeit, Grazie, richtige Charakteriſtik und Studium beſonders aus. Zu ihrer Ein⸗ nahme wird der hier beliebte„Variſer Taugenichts“ gegeben u. die Benefi⸗ ziantin die Titelrolle ſpielen. Ein Hr. Wagner, vom Joſephſtädter Theater und ein Herr Palwansky, von Grätz, gaſtirten in kleinen Parthien, ohne eben zu mißfallen oder Erhebliches zu leiſten. Die Tänzerin Fiedler verſuch⸗ te ſich im Schauſpiele u. gab das Len⸗ chen, im„Freund in der Noth.“ Die⸗ ſer Verſuch, den ich gekoſtet, hat dem
Publikum nicht behagt und er ſchien
zu ſagen:„Füße bleibet bei eurem Tanzen!“ Hingegen fiel das erſte De— büt des Hrn. Scharff, als Waldeburg, in der„Unbekannten“ ſehr glüklich aus. Der junge Sänger iſt im Beſize einer lieblichen, ſchmelzenden Stimme, die ziemlich Kraft hat, überdies verbindet er mit einem gefühlvollen Ausdruk einen deutlichen Vortrag, wie man ihn bei Operiſten ſelten findet. Im Spiele iſt er freilich genirt, aber wie vielen Sän⸗ gern, die ſich bereits ein Dezenium u. darüber dem Theater gewidmet, kann man ſo etwas nachſagen. Hr. Scharff wurde durch öfteres Hervorrufen und Beifallklatſchen aufgemuntert u. muß⸗ te die Arie im 2. Akte:„Komm' mit mir du Arme“, wiederholt ſingen. Au⸗ ßer dieſen Erſcheinungen ſahen wir mit
neuer Beſezung:„die Puritaner“ und
„Fauſt.“ In der erſt genannten Oper ſang Dem. Groſſer die Elvira; ſie war zwar keine Lutzer, leiſtete jedoch das Beſtmöglichſte und das Publikum kann mit ihr, ſo wie ſie mit dem Publi⸗ kum, das ſte ſo fehr auszeichnete, zu⸗ frieden ſein.— Morgen beginnt das Gaſtſpiel des Herrn Mellinger von Wien. Wir wollen ſehen, was der Jo— ſephſtädter Pöck zu leiſten im Stande iſt. Von dem Berliner Literaten, Cos mar und Albini kommen zwei neue Luſtſpiele:„Liebe im Ekhauſe“ und „der General-Leibſchneider“ zur Auf— führung. H. Berlin. Am 15. Auguſt erſchien Seydelmann auf der königlichen Hof— bühne in Leſſing's„Emilie Galotti“ als Marinelli, und das, ungeachtet der drükenden Temperatur, ganz ge⸗ füllte Haus bewies, in welchem An⸗ denken er geblieben iſt. Mit wahr- haft ſtürmiſchem Applaus empfangen, wurde derſelbe ſchon nach dem zweiten Akt und dann am Schluß des Stüks gerufen. Er dankte in ſehr verbind⸗ lichen Ausdrüken, indem er die Auf—


