Jahrgang 
1837
Seite
65
 
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Der Schmetterling.

Ein

Flugblatt zum Spiegel.

Sonnabend, 12. Auguſt.

1837.

Theater.

Me ſt h.(Hr. Watzinger. Henriette Carl. Dem. Müller. Wurda.) Der hier bekannte Tenoriſt Hr. Watzinger, nun großherzogl. Heſſen-Darmſtädter Hofſänger, hat ſich auf hieſiger Bühne in zwei Parthien als Gaſt hören laſ ſen. Er ſang am 7. d. M. den Elwin in BellinisNachtwandlerin und am 9. den Rodrigo inOthello. Die Stimme dieſes Sängers, der noch hier in ſehr gutem Andenken ſteht, hat ſeit ſeiner Abweſenheit von unſerer Stadt kaum eine Veränderung erlitten. Herr Watz inger bewährte ſich wieder als einen gebildeten Sänger, dem ein ſchöner

Tenor, deſſen hohe und Mittel-Töne ſich beſonders markig u. klangvoll aus⸗ nehmen, zu Gebote ſteht, dem aber auch dann und wann eine Makel in der Ausſprache etwas hinderlich in den Weg tritt. Im Vortrag u. im Spiele ſcheint Hr. W. noch Fortſchritte ge⸗ macht zu haben, denn ſeine diesmali gen Leiſtungen hatten weit mehr dra matiſchen Anſtrich, als wir es früher an ihm gewohnt waren, und er über zeugte uns, daß hätte er bei ſeinem lezten Gaſtſpiel in Wien nicht ein Bruchſtük, ſondern ein Ganzes durchzuführen ge⸗ habt, er glüklicher weggekommen wäre. Hier ward ihm in beiden Opern eine ehrenvolle Aufnahme zu Theil. Der Applaus war lebhaft und das Hervor

rufen wiederholte ſich. In der Oper Othello gab Dem. Henriette Carl wiederholt die Desdemona und ent zükte abermals die Freunde des groß⸗ artigen Geſanges. Die rührenden Ge⸗ müthsbewegungen und leidenſchaftlichen Affekte malte uns die gefeierte Künſt⸗ lerin mit gleicher Vorzüglichkeit. Gro ßer Veifall und wiederholtes Hervor rufen. Hr. Stoll war als Othello wie⸗ der vorzüglich; die zweite Ausführung dieſes ſchwierigen Partes war der erſten gleich, ein Beweis, daß das Treffliche daran nicht zufällig, ſondern die Frucht gereiften Studiums war. Ihm wurde ſehr lebhaft applaudirt. Hr. Ober- hoffer gab den Brabantio mit Kraft und Wärme. In derNachtwandle rin zeichnete ſich noch, außer der Mad. PVobl⸗Veiſteiner(die als Amina zwar nicht ganz bei Stimme war, aber durch kunſtvollen Vortrag Vieles ausglich), u. Hrn. Oberhoffer(der den Grafen treff lich ſang und ſpielte), Dem. Walter als Liſe aus. Dieſe junge talentbe gabte Sängerin führte ihren Part, ſo wohl durch Wohlklang der Stimme, als richtiges Erfaſſen der Rolle, ſehr be friedigend durch. Ihre ſchöne Arie im zweiten Akt ſang ſie höchſt wirkungs voll, ſo daß ſte ihr einſtimmigen Bei⸗ fall erwarb. Im Schauſpiel ſezt Dem. Müller, vom Ofner Theater, ihre Gaſtſpiele fort, und mit jedesma⸗ liger Erſcheinung auf dieſer Bühne

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